Böhmermann schleust Maulwurf bei RTL-Show ein

Die von Böhmermann erfundenen Figuren Rene und Robin bei "Schwiegertochter gesucht".
Die von Böhmermann erfundenen Figuren Rene und Robin bei "Schwiegertochter gesucht".

Köln - Jan Böhmermann hat nach mehrwöchiger Fernsehpause mit einer neuen Satire-Aktion für viel Wirbel gesorgt.

In der neuesten Ausgabe des "Neo Magazin Royales", die am Donnerstag in der ZDF-Mediathek veröffentlicht wurde, behauptete er, Schauspieler in die RTL-Show "Schwiegertochter gesucht" mit Moderatorin Vera Int-Veen geschleust zu haben. "#verafake" entwickelte sich schnell zu einem beliebten Hashtag auf Twitter.

Böhmermann erklärte, dass der Kandidat "Robin", der "einsame Eisenbahnfreund" mit einem Faible für Schildkröten, seine Erfindung sei.

"Kann es sein, dass irgendjemand einen gefälschten Kandidaten bei 'Schwiegertochter gesucht' eingeschmuggelt hat?", fragte Böhmermann mit gespielter Überraschung - um danach mit der vermeintlichen Auflösung um die Ecke zu kommen.

Jan Böhmermann benutzte bei seinem Comeback Vera-Int Veen als Zielscheibe.
Jan Böhmermann benutzte bei seinem Comeback Vera-Int Veen als Zielscheibe.

"Den Kandidaten gibt es nämlich nicht. Den haben wir uns komplett ausgedacht!", behauptete er. Ein langer Einspieler sollte genau das beweisen. Auch "Robins" Vater, so Böhmermann, sei ein Schauspieler, der sich in seinem Auftrag in die RTL-Show geschmuggelt habe.

Auch die vermeintliche Wohnung der beiden habe das Team vom "Neo Magazin Royale" angemietet. "Wir werden uns die Sendung anschauen und bei Bedarf mit dem Produzenten austauschen", erklärte ein RTL-Sprecher auf Anfrage. Dann werde man den Fall auch kommentieren.

"Liebes RTL, fürs Geschäft macht ihr echt alles", sagte Böhmermann zum Abschluss genüsslich in die Kamera. "Ihr habt Robin und René noch dümmer gemacht, als wir sie uns ausgedacht haben. Und das will was heißen."

Den Wirbel um sein Erdogan-Gedicht griff Böhmermann immer mal wieder in Anspielungen auf, ohne sich direkt damit auseinanderzusetzen.

Anspielungen gab es etwa im ersten Teil der Show. Böhmermann hatte seine Zuschauer gegen eine Belohnung aufgerufen, Witze einzureichen und trug auch einige vor.

In Anspielung auf den Strafrechtsparagrafen 103 hatte er dafür 103 Euro ausgelobt. Er wolle keine eigenen Witze bringen. "Auf dieser Sendung ist viel Druck", sagte er. Mit Gags habe er schlechte Erfahrungen gemacht. "Oft verstoßen Gags gegen die Menschenwürde."

Bei einem Witz über den "türkischen Präsidenten" sagte Böhmermann mit bewusst gequälter Lache: "Der versteht den Spaß". Im Einspieler zum angeblichen "Verafake" sagte Böhmermann: "Wir vom "Neo Magazin Royale" - das ist jetzt mittlerweile weltweit bekannt -, wir sind die Sendung, die mit Straftaten nichts zu tun hat."

So reagiert das Netz auf #verafake

Fotos: Screenshots Neo Magazin Royale


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