"Nur noch am Heulen": So geht es Jan Fedder vom Großstadtrevier wirklich

Hamburg - Seit mehr als 30 Jahren ist er den deutschen Fernsehzuschauern als Polizist Dirk Matthies bekannt. Jetzt trauert der Schauspieler Jan Fedder (63) um das alte Gebäude des Großstadtreviers in Hamburg-Bahrenfeld.

Jan Fedder am alten Set der Serie "Großstadtrevier": Jetzt steht der Umzug an.
Jan Fedder am alten Set der Serie "Großstadtrevier": Jetzt steht der Umzug an.  © DPA

Denn die abschließende Klappe vor der TV-Wache PK 14 ist gefallen, die letzte Szene mit Jan Fedder für Staffel 32 im Kasten. Jetzt bekommt das Großstadtrevier ein neues Studio in Tonndorf. Bei dem großen Schauspieler flossen zum Abschied sogar Tränen.

"Das geht schon an die Nieren, das steckt man nicht so einfach weg", erzählt er im Interview mit der Bild-Zeitung am Samstag. "Und jetzt kommen auch noch die besinnlichen Tage, dann bist du nur noch am Heulen, das ist alles nichts für mich."

Das neue Studio sei ihm zu langweilig, das Fernsehen sei auch nicht mehr das, was es mal war und auch mit seiner Wohn-Situation auf St. Pauli scheint der 63-Jährige unzufrieden.

Es sei nicht mehr das alte St. Pauli, aber er habe "keinen Bock mehr drüber zu reden", erklärt er der Bild. Aber was macht den Schauspieler in diesen Tagen so emotional, was macht ihn so unzufrieden?

Seit mehr als 30 Jahren kennen ihn die Zuschauer als Polizist Dirk Matthies.
Seit mehr als 30 Jahren kennen ihn die Zuschauer als Polizist Dirk Matthies.  © DPA

Vor Kurzem sprach der 63-Jährige sogar noch ganz öffentlich über Selbstmord (TAG24 berichtete): Er habe auch mal "so andere Gedanken" gehabt und zumindest in Erwägung gezogen, "ob man schon mal beendet". Die Liebe zu seiner Ehefrau Marion und die Verantwortung gegenüber dem Publikum ließen ihn jedoch durchhalten.

Der 63-Jährige durchlebte nach seiner Krebserkrankung in 2011 schwere Jahre. Wegen eines Mundhöhlen-Karzinoms hatte er 30 Bestrahlungen. "Das war die schlimmste Zeit meines Lebens, weil ich überhaupt keine Kraft mehr hatt", erklärte er damals (TAG24 berichtete).

Die Erkrankungen - später noch Brüche an den Beinen und Entzündungen - hätten ihn fast aus dem Leben geworfen.

Was heute bleibt ist große Wehmut und wohl auch die Angst vor weiteren Veränderungen. Aber Jan Fedder geht es auch wieder viel besser. Selbstmord-Gedanken habe er keine mehr, erzählt er. Im Gegenteil: Er sei "wieder voll da".

Die alte Revier-Einrichtung will sich Fedder in den Garten stellen. Wir wünschen ihm, dass er sein neues Studio genauso lieben lernt, wie das alte in der Mendelssohnstraße in Bahrenfeld.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: DPA

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