Nach Gyamerah-Schock: So reagiert der HSV auf den Ausfall

Hamburg - Der Schock saß tief! Am Mittwoch zog sich HSV-Profi Jan Gyamerah im Training einen Wadenbeinbruch zu und wurde operiert.

Jan Gyamerah spielte sich dank einer starken Vorbereitung, wie hier gegen den Oberligisten TSV Buchholz, in die Startelf des HSV.
Jan Gyamerah spielte sich dank einer starken Vorbereitung, wie hier gegen den Oberligisten TSV Buchholz, in die Startelf des HSV.  © Axel Heimken/dpa

Die große Frage war: Wie reagiert der HSV? Setzen die Verantwortlichen auf die eigenen Kräfte oder holen sie noch einen vertragslosen Spieler?

Schnell geisterte der Name Giulio Donati durch den Volkspark. HSV-Sportvorstand Jonas Boldt lotste den italienischen Rechtsverteidiger 2013 von Inter Mailand zu Bayer Leverkusen.

2016 wechselte der 29-Jährige dann zu Mainz 05 und ist seit dem Sommer vereinslos. Er wäre wohl die einzige sinnvolle Verstärkung gewesen.

Am Donnerstag stellte Boldt klar, dass er den Kader des Zweitliga-Tabellenführers "breit genug aufgestellt" sehe und daher darauf verzichten wolle, einen arbeitslosen Profi, der auch zwischen den Transferperioden unter Vertrag genommen werden dürfte, zum HSV zu holen.

"Tendenz geht zurzeit dahin, dass wir nichts machen werden", betonte der 37 Jahre alte Sportchef.

Stattdessen soll Gyamerah, der wegen eines am Mittwoch im Training erlittenen Wadenbeinbruchs schon operiert worden ist, aus den eigenen Reihen ersetzt werden.

Sport-Vorstand Jonas Boldt sieht den Kader als stark genug an.
Sport-Vorstand Jonas Boldt sieht den Kader als stark genug an.  © Axel Heimken/dpa

Umso wertvoller ist daher im Nachhinein die am Schlusstag der Transferperiode getätigte Verpflichtung von Martin Harnik. Der rechts offensiv gesetzte Khaled Narey könnte bereits am Montag (20.30 Uhr) im Derby beim FC St. Pauli auf Gyamerahs Position rechts in der Vierer-Abwehrkette zurückgehen - und der Ex-Bremer Harnik dessen Posten in vorderster Front übernehmen.

"Der Transfer von Martin erweist sich nun als ganz wichtig für uns und ergibt noch einmal mehr Sinn", sagte Boldt über den bis zum Sommer 2020 mit Kaufoption ausgeliehenen Angreifer.

Aber HSV-Trainer Dieter Hecking, der am trainingsfreien Donnerstag seinen 55. Geburtstag feierte, hat weitere Optionen, um den 24 Jahre alten Pechvogel Gyamerah zu ersetzen: Auch der vom FC St. Pauli gekommene Defensiv-Allrounder Jeremy Dudziak und Eigengewächs Josha Vagnoman sind Kandidaten als Rechtsverteidiger.

In den bisherigen sechs Saison-Pflichtspielen war dort stets der in diesem Sommer vom VfL Bochum geholte Gyamerah zum Einsatz gekommen.

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