Irrer Interview-Ausraster! Lautern-Profi über Schiri: "Soll Cornflakes zählen gehen"

Zwickau/Kaiserslautern - Dieses Interview geht garantiert in die Geschichte ein und wird in jedem Fußball-Jahresrückblick zu finden sein!

Stinksauer und fassungslos: Lautern-Profi Jan Löhmannsröben.
Stinksauer und fassungslos: Lautern-Profi Jan Löhmannsröben.  © DPA

Doch von Beginn an: Der 1. FC Kaiserslautern führte in der Drittliga-Partie beim FSV Zwickau mit 1:0. In der 90. Minute zeigte Schiedsrichter Markus Wollenweber - zum Unmut aller FCK-Spieler - auf den Punkt.

Lauterns Mittefeldspieler Jan Löhmannsröben hatte den Ball mit der Hand gespielt, war jedoch zuvor vom Ellenbogen seines Gegenspielers im Gesicht getroffen worden. Den fälligen Strafstoß verwandelte Toni Wachsmuth sicher zum Last-Minute-Ausgleich. Die Roten Teufel fühlten sich um ihren Sieg betrogen.

Im Interview nach dem Spiel rastete Löhmannsröben völlig aus und hetzte gegen den Referee: "Wenn das kein Foulspiel ist, dann leck mich am Arsch, Alter! Ehrlich: Wie kann man das nicht sehen? Da fehlen mir ein bisschen die Worte", konnte Löhmannsröben im Gespräch mit Telekom Sport kaum noch an sich halten.

Dann kochte er über: "Also: Man sieht, dass sein Ellenbogen ganz klar reingeht, und dass ich ihn ins Gesicht kriege. Also wenn das ein Schiri ist, weiß nicht, Digga, soll der Cornflakes zählen gehen. Aber da vorn haben wir 'ne Szene, ganz klar Elfmeter. Wenn das nicht gepfiffen wird, passiert das gar nicht. Und wenn man das, das, ey! Da platzt mir die Krawatte, ehrlich."

Für die kommende Woche wünschte er Wollenweber sogar schlaflose Nächte - und sportlich eine neue Herausforderung: "Du spielst hier ein super Spiel. Keine Ahnung, was sich der Schiri dabei gedacht hat. Ich hoffe, der kann' 'ne Woche nicht pennen. Soll er erst mal Kreisliga pfeifen und mal die Augen aufmachen. Also das ist ne absolute Frechheit."

Löhmannsröben hatte allerdings keine exklusive Meinung. Auch sein Trainer Michael Frontzeck konnte die Entscheidung des Referees nicht nachvollziehen: "Ich bin sehr verärgert über den Elfmeter, gerade bei dieser Deutlichkeit. Es tut mir sehr leid für die Mannschaft."

Überraschend ist die verbale Entgleisung allerdings nicht, denn Löhmannsröben ist kein Kind von Traurigkeit: Bei seinem Ex-Klub Carl-Zeiß Jena wurde der Kicker suspendiert, weil er sich im Training eine höhnische Geste in Richtung seines Trainers erlaubte.

UPDATE, 17.45 UHR: DAS SAGT LÖHMANNSRÖBEN ZU SEINEM AUSRASTER

Fußball-Profi Jan Löhmannsröben von Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat sich für sein Wut-Interview nach dem 1:1 in Zwickau entschuldigt. "Dass ich dann im Interview direkt nach dem Spiel vielleicht ein wenig emotionaler bin, sorry. Der Fußball lebt doch von Emotionen", sagte der 27-Jährige in einer Vereinsmitteilung der Pfälzer vom Montag. Wegen des Telekom-Interviews unmittelbar nach Spielende am Samstag ermittelt der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes nun gegen den Mittelfeldmann.

"Vielleicht war meine Wortwahl nicht optimal, aber ich wollte zu keinem Zeitpunkt irgendjemanden beleidigen oder persönlich angreifen", fügte Löhmannsröben relativierend an.

Am Montag ließ er mitteilen: "Ich bin kein Typ, der sich vor der Kamera verstellt."

UPDATE, 12.15 UHR: DFB ERMITTELT GEGEN LÖHMANNSRÖBEN

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes ermittelt nach dessen Wutrede gegen Jan Löhmannsröben vom Drittligisten 1. FC Kaiserslautern. Dies bestätigte ein Sprecher des Verbandes am Montag. Löhmannsröben wurde demnach dazu aufgefordert, zu seinen Aussagen nach dem 1:1 in Zwickau Stellung zu beziehen.


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