Polizist: Ich bin nicht Urheber des Chemnitzer Haftbefehl-Leaks

Bremen - Der Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Jan Timke hat Vorwürfe zurückgewiesen, er sei Urheber der rechtswidrigen Veröffentlichung eines Haftbefehls im Fall der Chemnitzer Messerattacke.

Jan Timke beteuert, dass er nicht Urheber der Veröffentlichung des Haftbefehls im Fall Chemnitz ist.
Jan Timke beteuert, dass er nicht Urheber der Veröffentlichung des Haftbefehls im Fall Chemnitz ist.  © dpa/Carmen Jaspersen

Er habe einen entsprechenden Eintrag lediglich weiterverbreitet und ihn noch am Mittwoch wieder von seinem Facebook-Account gelöscht, sagte Timke am Donnerstag vor Journalisten in Bremen.

Der Post sei bereits zuvor in vielen sozialen Medien, Internet-Blogs und -foren sowie von Medien verbreitet worden. "Weder meine Mitarbeiter noch ich sind Urheber dieses Leaks", sagte Timke.

Dass es sich bei der Veröffentlichung um einen Straftatbestand gehandelt habe, sei weder ihm noch seinen Mitarbeitern zumindest zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bekannt gewesen.

"Das soll aber keine Entschuldigung sein. Unwissenheit schützt bekanntlich nicht vor Strafe. Und die Verantwortung für die Veröffentlichung übernehme natürlich ich", sagte Timke. Der Abgeordnete ist Bundespolizist; sein Dienstverhältnis ruht aber, solange er in der Bürgerschaft sitzt.

Timke - Mitglied der rechten Wählervereinigung "Bürger in Wut" - bezeichnete zugleich die Durchsuchung seiner Privatwohnung in Bremerhaven durch Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwochabend als unverhältnismäßig.

Da der Haftbefehl schon an zahlreichen anderen Stellen veröffentlicht worden sei, hätte es Hunderte, wenn nicht gar Tausende Hausdurchsuchungen geben müssen, kommentierte er.

"Derzeit weiß aber nur von einer Hausdurchsuchung bundesweit, und die ist gestern Abend bei mir gewesen."

Inzwischen soll ein Justizbeamter aus Dresden die Veröffentlichung des Haftbefehls gestanden haben.

Der Post auf der Facebook-Seite ist mittlerweile wieder gelöscht. (Bilder wurden von der Redaktion unkenntlich gemacht).
Der Post auf der Facebook-Seite ist mittlerweile wieder gelöscht. (Bilder wurden von der Redaktion unkenntlich gemacht).  © Screenshot Facebook/ Radio Bremen

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