Verdächtiger im Mordfall Ramona wieder festgenommen

Erfurt - Nach der überraschenden Aufhebung des Haftbefehls ist der Tatverdächtige in dem 23 Jahre alten Mordfall Ramona wegen eines anderen Falls aus Bayern wieder festgenommen worden.

Im August 1996 entführt, vergewaltigt und ermordet: Ramona (10) aus Jena.
Im August 1996 entführt, vergewaltigt und ermordet: Ramona (10) aus Jena.

Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt habe gegen ihn wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen Haftbefehl beantragt, sagte die leitende Oberstaatsanwältin Ursula Haderlein am Freitag in Schweinfurt auf Anfrage.

Der 76-Jährige war laut Haderlein 1999 in Schweinfurt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt worden und danach unter heute noch geltenden Bewährungsauflagen frei gekommen. Er soll gegen ein Kontaktaufnahmeverbot zu Mädchen verstoßen haben. Der Mann aus Sachsen sollte noch am Freitag einem Haftrichter in Zwickau vorgeführt werden.

Das Oberlandesgericht in Jena hatte im Mordfall Ramona keinen dringenden Tatverdacht gegen den 76-Jährigen gesehen und ihn am Donnerstagabend aus der Untersuchungshaft entlassen. Es lägen keine objektiven Spuren und auch kein Geständnis vor, hieß es. "Nach Auffassung des OLG besteht kein dringender Tatverdacht gegenüber dem Beschuldigten", sagte ein Sprecher des Gerichts am Donnerstag in Jena.

Die in einem konstruierten Täuschungsmanöver gesammelten Beweise gegen ihn hielten die Richter für nicht verwertbar, da die verdeckten Ermittler ihre Befugnisse überschritten hätten.

Dem mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter wird vorgeworfen, im Jahr 1996 die zehnjährige Ramona in Jena umgebracht zu haben.

Nach der Eröffnung des Haftbefehls am Amtsgericht Gera wird Wilfried M. (76) von Beamten ins Gefängnis gebracht.
Nach der Eröffnung des Haftbefehls am Amtsgericht Gera wird Wilfried M. (76) von Beamten ins Gefängnis gebracht.  © OTZ/Tino Zippel

Mehr zum Thema Thüringen Crime:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0