Nach Stückel-Mord an Student: Gericht soll sich komplette "Hannibal"-Serie ansehen

Jena - Im Verfahren um den gewaltsamen Tod eines chinesischen Studenten in Jena hat die Nebenklage verlangt, dass alle Verfahrensbeteiligten die Killerserie "Hannibal" ansehen.

Taucher hatten wochenlang nach allen Leichenteilen gesucht.
Taucher hatten wochenlang nach allen Leichenteilen gesucht.  © Thüringen112/Johannes Krey

Dies sei notwendig, damit Verteidiger, Staatsanwalt, Richter und Schöffen gezielte Fragen an die psychiatrische Gutachterin stellen könnten, begründete Anwalt Christian Stünkel vor dem Landgericht Gera am Donnerstag sein Begehren.

Der Angeklagte, ein Student aus Vietnam, hatte angegeben, die Serie regelmäßig geschaut zu haben. Die Psychiaterin Helmburg Göpfert-Stöbe hatte erklärt, es seien keine Parallelen zwischen dem Mord in Jena und den in der Serie gezeigten Verbrechen zu erkennen.

Der Beschuldigte soll sein Opfer im August vergangenen Jahres unter einem Vorwand in sein Zimmer gelockt und ihn mit einem Hammer erschlagen haben. Anschließend zerteilte er die Leiche des 25-Jährigen den Ermittlern zufolge mit einem Messer.

Die Körperteile habe er im Stadtgebiet von Jena versteckt. Das Gericht wollte am Nachmittag über den Antrag der Nebenklage entscheiden.

Die Serie dreht sich um Dr. Hannibal Lecter, gespielt von Mads Mikkelsen, der einen FBI-Agenten bei seinen Ermittlungen unterstützen soll. Das Lecter selber ein Serien-Killer ist, der die Organe seiner Opfer isst, bemerkt das FBI zunächst nicht. Nach drei Staffeln endete die Serie 2015.

Gericht hat Entscheidung getroffen

Update 14.40 Uhr: Im Verfahren um den Mord an einem chinesischen Studenten in Jena hat das Landgericht Gera den Antrag abgelehnt, wonach alle Verfahrensbeteiligten die Killerserie "Hannibal" ansehen sollten.

Es sei kein zusätzlicher Erkenntnisgewinn zu erwarten, der über das hinausgehe, was die psychiatrische Gutachterin zum Einfluss der Serie auf den Angeklagten festgestellt habe, sagte der Vorsitzende Richter Uwe Tonndorf.

Titelfoto: Thüringen112/Johannes Krey

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