So leiden Frösche, Kröten & Co. unter der Hitze

Jena - In Thüringen leiden Lurche unter der aktuellen heißen Trockenperiode. Vor allem der Nachwuchs von Fröschen, Kröten und Co. sei gefährdet, sagte der Amphibien-Experte des Naturschutzbund (Nabu) Thüringen, Felix Pokrant, auf dpa-Anfrage.

Die anhaltende Trockenheit macht Fröschen, Kröten und anderen Amphibien zu schaffen.
Die anhaltende Trockenheit macht Fröschen, Kröten und anderen Amphibien zu schaffen.  © DPA

"Wenn nun viele kleine Gewässer austrocknen, sterben die Kaulquappen einfach." Auch wenn sich der Nachwuchs schon weiterentwickelt hat, etwa zu kleinen Fröschen oder Kröten, haben die jungen Tiere Pokrant zufolge in der Regel ein so geringeres Körpervolumen, dass diese deutlich schneller austrocknen als ausgewachsene Tiere.

Amphibien seien zwar darauf eingestellt, dass längst nicht ihr gesamter Nachwuchs durchkomme. "Sie legen hunderte oder sogar bis zu tausende Eier und nur wenige der geschlüpften Tiere schaffen überhaupt das erste Jahr", erklärte Pokrant.

Richtig problematisch werde es aber, wenn sich besonders heiße und trockene Sommer mehrere Jahre hintereinander wiederholten und immer weniger Nachwuchs durchkomme. "Auch erwachsene Tiere sterben ja irgendwann", sagte Pokrant. In der Kombination mache sich das dann in der Population bemerkbar.

Gerade für ohnehin in Thüringen seltene und bedrohte Arten könne das problematisch sein. "Die Gelbbauchunke oder die Kreuzkröte legen ihre Eier sowieso nur in Pfützen oder andere kleine Wasserstellen. Ihre Kaulquappen entwickeln sich zwar schnell, aber wenn es kaum Pfützen gibt, oder diese schnell austrocknen, ist das natürlich ein Problem."

Ausgewachsene Lurche könnten dagegen in der Regel auch einige Tage in einem feuchten Erdloch ausharren. "Man findet sie etwa in den Gängen von Nagerbauten, tiefen Felsspalten oder im Wurzelbereich der Bäume", so Pokrant. Aber auch ihre Nahrung, Regenwürmer etwa, leide unter der Trockenheit. Der Verein Amphibien- und Reptilienschutz Thüringen verweist auf seiner Website etwa auch darauf, dass viele Amphibien ohnehin nachtaktiv seien - auch um den Wasserverluste über ihre Haut gering zu halten.

Möglichkeiten, den Amphibien aktuell flächendeckend zu helfen gebe es nicht wirklich, räumte Pokrant ein. "Man kann vielleicht mit Regentänzen experimentieren."

Titelfoto: DPA

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