Anschläge in Jerusalem, Tote bei Gewalt im Westjordanland

Jerusalem - Nach Vorstellung des amerikanischen Nahost-Plans eskaliert der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Bei zwei Anschlägen in Jerusalem wurden ein Polizist sowie zwölf israelische Soldaten verletzt. Der palästinensische Angreifer wurde getötet. Bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten im Westjordanland gab es ebenfalls zwei Tote.

Ein Auto raste in Israel in eine Menschenmenge.
Ein Auto raste in Israel in eine Menschenmenge.  © Mahmoud Illean/AP/dpa

In der Nacht griffen israelische Kampfjets erneut Ziele im Gazastreifen als Reaktion auf Beschuss an. Die islamistische Hamas rief zu einer weiteren Eskalation der Situation auf.

Ein Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (84) sagte, Auslöser für die neuesten Konfrontationen sei der Nahost-Plan. Der Plan "hat diese Atmosphäre für die Eskalation und Spannung geschaffen", indem er versucht habe, Fakten vor Ort zu schaffen, die gegen die palästinensischen Rechte verstoßen.

US-Präsident Donald Trump (73) hatte vor mehr als einer Woche einen Plan vorgestellt, der den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern lösen soll.

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Die Palästinenserführung hatte nach der Präsentation des Nahost-Plans zu Protesten im Westjordanland und im Gazastreifen aufgerufen.

Mehrere Verletzte durch Terror-Anschlag in Jerusalem

In Jerusalem kam es zu zwei Anschlägen mit mehreren Verletzten.
In Jerusalem kam es zu zwei Anschlägen mit mehreren Verletzten.  © Mahmoud Illean/AP/dpa

Nach einem Anschlag mit einem Auto in der Nacht in Jerusalem konnte der Angreifer zunächst flüchten. "Ein Terrorist hat sein Fahrzeug in Richtung israelischer Soldaten gelenkt", teilte die israelische Armee mit. Sicherheitskräfte suchten nach dem palästinensischen Täter. Ein Kampfsoldat sei schwer verletzt worden, als der Attentäter mit seinem Auto in die Gruppe fuhr, die gerade die Straße überquerte.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (70) sagte danach: "Terrorismus wird uns nicht besiegen; wir werden gewinnen."

Bei einem weiteren Anschlag in Jerusalem wurde der palästinensische Angreifer getötet, wie die israelische Polizei mitteilte. Ein Polizist sei verletzt worden. Ein Polizeisprecher sagte: "Ein Terrorist hat das Feuer auf einen Grenzpolizisten eröffnet."

Andere Polizeibeamte hätten in der Altstadt nahe des Tempelbergs auf den Angreifer geschossen und ihn außer Gefecht gesetzt.

Zwei tote Palästinenser nach Auseinandersetzungen im Westjordanland

Als Reaktion auf palästinensischen Beschuss, greift die israelische Armee Ziele im Gazastreifen an.
Als Reaktion auf palästinensischen Beschuss, greift die israelische Armee Ziele im Gazastreifen an.  © Mohammed Talatene/dpa

Zwei Palästinenser wurden in der Nacht zu Donnerstag bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten im nördlichen Westjordanland getötet. Nach palästinensischen Angaben waren Soldaten in die Palästinenserstadt Dschenin vorgedrungen, um dort das Haus eines palästinensischen Attentäters zu zerstören.

Bei Konfrontationen seien ein 19-Jähriger und ein Polizist getötet sowie sechs weitere Palästinenser verletzt worden, teilten die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa und das Gesundheitsministerium in Ramallah mit.

Die israelische Armee bestätigte, es sei das Haus eines Attentäters zerstört worden, der 2018 an einem Anschlag beteiligt gewesen sei.

"Während des Einsatzes haben die Sicherheitskräfte mehrere bewaffnete Terroristen identifiziert, die Sprengsätze auf sie geworfen und auf sie geschossen haben", teilte die Armee mit. Man untersuche den Vorfall.

Israelische Kampfjets griffen indes nach Armeeangaben in der Nacht "mehrere terroristische Ziele" im Gazastreifen an.

Seit Mittwochabend waren demnach drei Mörsergranaten aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert worden. Schon seit Tagen gibt es immer wieder Angriffe mit Raketen und Brand-Ballons aus dem Gazastreifen.

Am Mittwoch hatte es zum erstem Mal seit der Vorstellung des Nahost-Plans einen Toten bei palästinensischen Protesten gegeben. Ein 17-Jähriger wurde nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten in Hebron tödlich von einer Kugel getroffen. Wie die Armee mitteilte, hatte ein Palästinenser eine Brandflasche auf Soldaten geworfen. Diese hätten daraufhin das Feuer eröffnet.

Anschließend rief die im Gazastreifen herrschende Hamas zu weiteren gewaltsamen Protesten auf. "Wir rufen zu einer Eskalation der Konfrontationen mit der Besatzung und seinen Siedlern auf und dazu, ihren Angriffen auf unser Land und unsere heiligen Stätten entgegenzutreten."

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