Görlitz goes Future: Stadt bekommt Zentrum für Wasserstoff-Technologie

Görlitz – Die Stadt Görlitz wird Teil des weltweiten Wettlaufs um die Wasserstoff-Technologie. Laut einer Vereinbarung zwischen dem Siemens-Konzern, dem Fraunhofer-Institut und dem Land Sachsen soll ein eigenes Labor in der Stadt aufgebaut werden.

Siemens-Chef Joe Kaeser. (Archivbild)
Siemens-Chef Joe Kaeser. (Archivbild)  © Sven Hoppe/dpa

Das Wasserstoff-Labor wiederum ist Teil eines ganzen Forschungskomplexes am Görlitzer Siemens-Standort, genannt Innovationscampus.

Wasserstoff (H2) gilt als Antriebsstoff der Zukunft. Mit ihm arbeiten Brennstoffzellen, die am Auspuff statt schädlichem Dunst nichts als Wasser ausscheiden.

Eine am Wochenende auf spiegel-online veröffentlichte Studie hatte ergeben, dass verglichen mit Diesel- und Elektroantrieben Brennstoffzellenautos in der Herstellung umweltfreundlicher sein können.

Energieaufwändig ist bislang noch die Herstellung von Wasserstoff selbst.

Sogenannter grauer Wasserstoff wird zudem nur bedingt umweltfreundlich aus Methan gewonnen, grüner Wasserstoff hingegen ganz ökologisch aus Wasser unter Nutzung von Solarstrom. Auch die H2-Druckbehälter sind aufwändige Spezialanfertigungen. In Sachsen gibt es bislang zwei Wasserstoff-Tankstellen für normale PKW: in Dresden an der Wiener Straße und in Leipzig an der A14-Abfahrt Leipzig-Nord.

Im Frühjahr 2020 ist Zwickau dran. Das Tanken dauert – im Gegensatz zum Laden von Batterieautos – nur wenige Minuten.

Der Leiter des Siemens-Werks Görlitz zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Details einer Turbine.
Der Leiter des Siemens-Werks Görlitz zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Details einer Turbine.  © ronaldbonss.com/ Ronald Bonss
Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht gemeinsam mit dem Ministerpräsidentvon von Sachsen, Michael Kretschmer und Siemens-Vorstand Joe Kaeser das Siemens-Werk in Görlitz.
Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht gemeinsam mit dem Ministerpräsidentvon von Sachsen, Michael Kretschmer und Siemens-Vorstand Joe Kaeser das Siemens-Werk in Görlitz.  © ronaldbonss.com/ Ronald Bonss

Der Forschungskomplex soll den bestehenden Siemens-Standort Görlitz unterstützen. Neben dem künftigen Wasserstoff-Labor, wo Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff untersucht werden, sollen im Campus Start-ups sowie weitere Institute, Forschungsunternehmen und Technologiefirmen angesiedelt werden.

Dafür stehen in einem ersten Schritt 30 Millionen Euro zur Verfügung. Bis 2024 sollen etwa 100 neue Jobs kommen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU) sprach von einem Meilenstein für den Siemens-Standort Görlitz, ja für die ganze Lausitz.

"Der Aufbau eines Innovationscampus und der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für klimafreundliche und digitale Industrieprozesse schafft neue hochqualifizierte Arbeitsplätze".

Begleitet wurde der Landesvater am Montag von Siemens-Chef Joe Kaeser (62).

Kaser ergänzte: "Mit diesem Zukunftspakt lösen wir unser Versprechen ein, den Strukturwandel der Lausitz aktiv mit zu gestalten.“ Hintergrund: Der Siemensstandort als ganzer war noch vor zwei Jahren von der Schließung bedroht. Inzwischen jedoch wird er zum Siemens-Hauptsitz für industrielle Dampfturbinen ausgebaut.

Kretschmer ist selbst Görlitzer. Am 1. September will er in der Stadt ein Direktmandat für den Einzug in den Landtag gewinnen.

Dabei geht es darum, wie Siemens zusammen mit dem Freistaat Sachsen den Standort Görlitz für die Zukunft aufstellen und den Strukturwandel in der Lausitz unterstützen und weiter vorantreiben wird.
Dabei geht es darum, wie Siemens zusammen mit dem Freistaat Sachsen den Standort Görlitz für die Zukunft aufstellen und den Strukturwandel in der Lausitz unterstützen und weiter vorantreiben wird.  © ronaldbonss.com/ Ronald Bonss
Der neue Forschungskomplex wird den Görlitzer Siemens-Standort unterstützen.
Der neue Forschungskomplex wird den Görlitzer Siemens-Standort unterstützen.  © DPA / Pawel Sosnowski
Beim Werksrundgang ist schließlich neben Michael Kretschmer (44, CDU) auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel (64, CDU) dabei.
Beim Werksrundgang ist schließlich neben Michael Kretschmer (44, CDU) auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel (64, CDU) dabei.  © Juliane Morgenroth
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (44).
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (44).  © Christian Juppe / Archivbild

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0