Überflutung im Erzgebirge: Rettungskräfte stundenlang im Einsatz

Johanngeorgenstadt - Landunter im Erzgebirge: Am Samstag ist es in Johanngeorgenstadt zu Überschwemmungen gekommen. Die Einsatzkräfte kämpften stundenlang gegen das Wasser.

Etwa 40 Kameraden von Feuerwehr und THW waren in Johanngeorgenstadt im Einsatz.
Etwa 40 Kameraden von Feuerwehr und THW waren in Johanngeorgenstadt im Einsatz.  © André März

Bereits am Samstagvormittag wurde die Feuerwehr Johanngeorgenstadt zu einem Wasserschaden in der Schwarzenberger Straße gerufen. Offenbar war durch ehemalige Bergbauschächte Wasser nach oben gedrückt worden, das dann unterhalb eines Hangs austrat und ein Grundstück überflutete.

Teilweise stand die braune Brühe bis zu 40 Zentimeter hoch und drohte eine angrenzende Straße sowie ein Haus zu unterspülen.

Die Feuerwehr errichtete einen Wall aus Sandsäcken und versuchte das Wasser abzupumpen. Allerdings ohne Erfolg. Es gelangte immer wieder Wasser in das tiefer gelegene Grundstück.

Am Samstagnachmittag wurde noch das Technische Hilfswerk in die Bergstadt gerufen. Die Helfer kamen mit schwerem Gerät und zusätzlichen Sandsäcke zum Einsatzort. Insgesamt wurden knapp 2000 Sansdsäcke gefüllt und etwa 700 vor dem gefährdeten Grundstück aufgestapelt. Einige Stellen, an denen das Wasser austrat, konnten geschlossen werden.

In den nächsten Tagen muss nun geprüft werden, woher das Wasser kam.

Etwa 40 Kameraden von Feuerwehr und THW waren stundenlang bei Temperaturen um minus 15 Grad im Einsatz.

Immer wieder Probleme mit Grundwasser im Erzgebirge

Es ist nicht das erste Mal, dass es im Erzgebirge Probleme dieser Art gibt. Sie sind eine Folge des Erz- und Steinkohlebergbaus. Schuld sind oft Einstürze alter Stollen. Bereits 2014 gab es in Johanngeorgenstadt aus diesem Grund eine Überschwemmung und auch in Bad Schlema taten sich Löcher im Boden auf. Hier war Erde in Richtung eines etwa 30 Meter entfernten Schachts gerutscht. Um die Löcher zu verfüllen, musste Beton in den Tagebruch gepumpt werden und auch eine Gasleitung wurde verlegt.

Bereits ein Jahr zuvor sackte in Annaberg-Buchholz nach starken Regenfällen der Boden unter einer Gärtnerei und einer angrenzenden Straße weg. Experten entdeckten an der Stelle einen Tagebruch mit mehreren Metern Durchmesser. auch bei Niederwürschnitz gab es schon einen mehrere Meter großen Tagebruch. 2015 tat sich auf einem Feld ein neun Meter großes und etwa vier Meter tiefes Loch auf.

Das Wasser stand zeitweise bis zu 40 Zentimeter hoch.
Das Wasser stand zeitweise bis zu 40 Zentimeter hoch.  © André März

Titelfoto: André März

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