Yeboah und Kutucu: Die kommenden Bundesliga-Stars?

Deutschland - Welche Talente aus dem eigenen Stall stehen in der Bundesliga vor dem Durchbruch? Vor allem John Yeboah Zamora (18) vom VfL Wolfsburg und Ahmed Kutucu (18) vom FC Schalke 04 sind hier zu nennen.

John Yeboah Zamora (l.), wenige Monate, bevor er Bundesliga-Spieler wurde, für die A-Jugend der "Wölfe" im Einsatz bei der U19 von Dynamo Dresden. Er erzielte zwei Treffer und bereitete ein weiteres Tor direkt vor, spielte die Jung-Dynamos schwindelig.
John Yeboah Zamora (l.), wenige Monate, bevor er Bundesliga-Spieler wurde, für die A-Jugend der "Wölfe" im Einsatz bei der U19 von Dynamo Dresden. Er erzielte zwei Treffer und bereitete ein weiteres Tor direkt vor, spielte die Jung-Dynamos schwindelig.  © Stefan Bröhl

Yeboah dachte lange, er sei der Neffe der Bundesliga-Legende Anthony Yeboah (Eintracht Frankfurt, Hamburger SV, 1. FC Saarbrücken), was sich dann aber als falsch herausstellte, worauf John von seiner Mutter aufmerksam gemacht wurde.

Der Jungspund selbst hatte sein Verwandtschaftsverhältnis zu Anthony nie hinterfragt, weil der mit Johns mittlerweile verstorbenem Vater eng befreundet war und deshalb oft zu Besuch bei dessen Familie war.

Doch Yeboah ist in Ghana ein ebenso oft auftauchender Name, wie in Deutschland Müller oder Meier.

Vom Talent her könnte er allerdings der Neffe des großen Anthony sein. Denn John ist eine der größten Hoffnungen auf der offensiven Flügelposition und nicht einfach so seit drei Jahren deutscher Junioren-Nationalspieler und auch dort Leistungsträger.

Der gebürtige Hamburger in Diensten des VfL Wolfsburg ist wegen seiner unvergleichlichen Tempodribblings, seiner Kreativität, Spielintelligenz und seiner überraschenden Momente bei Gegenspielern im Jugendbereich seit Jahren berühmt-berüchtigt.

Zudem ist er mittlerweile auch ein effektiver Kicker geworden. In dieser Saison traf er in elf U19-Bundesliga-Spielen 13 Mal und bereitete weitere sechs Tore direkt vor.

Ein Straßenkicker der besten Sorte: John Yeboah Zamora.
Ein Straßenkicker der besten Sorte: John Yeboah Zamora.  © DPA

Eine überragende Partie machte er am 25. August 2018, wo er mit der U19 der "Wölfe" bei Dynamo Dresdens A-Jugend antrat und 5:0 gewann.

Er selbst erzielte zwei Tore und bereitete zudem noch einen weiteren Treffer vor. Mit seiner Dynamik, seinem Mut im Eins-gegen-Eins war er für die Jung-Dynamos überhaupt nicht zu bändigen.

Kein Wunder, dass VfL-Coach Bruno Labbadia ihn früh auf dem Schirm hatte und Yeboah am 3. November 2018 zu seinem Bundesliga-Debüt (0:1 gegen Borussia Dortmund) verhalf.

Festgespielt hat sich Yeboah zwar noch nicht, doch er könnte einer von ganz wenigen Spielern sein, der die Jugendteams der "Wölfe" durchläuft und es anschließend schafft, sich in Wolfsburgs Profiteam zu etablieren. Zuletzt war das Robin Knoche, Gian-Luca Itter und Elvis Rexhbecaj gelungen.

Damit Yeboah das auch dauerhaft schaffen kann, muss er noch durchsetzungsstärker werden, ab und an schnörkelloser agieren und sich weniger ablenken lassen.

Denn er diskutiert noch oft mit seinen Mit- und Gegenspielern und auch dem Schiedsrichter-Team.

Schalkes Kutucu nutzt seine Chance

Ein großer Moment für Ahmed Kutucu: Der Schalke-Stürmer erzielte wenige Sekunden nach dieser Aufnahme sein erstes Bundesliga-Tor am 22. Dezember 2018 zum 3:1-Endstand beim VfB Stuttgart.
Ein großer Moment für Ahmed Kutucu: Der Schalke-Stürmer erzielte wenige Sekunden nach dieser Aufnahme sein erstes Bundesliga-Tor am 22. Dezember 2018 zum 3:1-Endstand beim VfB Stuttgart.  © DPA

Ein weiteres großes Talent ist sogar noch ein Stückchen weiter als Yeboah: Beim FC Schalke 04 wächst mit Ahmed Kutucu ein hochveranlagter Stürmer heran, der seine Chance nutzte, die nur aus reiner Verzweiflung entstand: Weil in der Hinrunde so viele Offensivspieler verletzt waren, musste sich Trainer Domenico Tedesco in der eigenen Jugend umschauen und wurde in der U19 fündig, wo Kutucu in zwölf A-Jugend-Bundesliga-Spielen zwölf Mal traf.

Dort spielte Kutucu noch bis Dezember 2018. Mittlerweile ist er jedoch fest im Profikader angekommen, hat von der Schalker Verletzungsmisere entscheidend profitiert.

Am 22. Dezember 2018 wurde er eingewechselt und erzielte gegen den VfB Stuttgart sein erstes Bundesliga-Tor. Am 6. Februar traf er erstmals im DFB-Pokal für Schalke und zum ersten Mal in seiner Heimatstadt Gelsenkirchen für die Profis.

Und sein wunderschöner Distanzschuss in den Winkel sollte S04 auf die Siegerstraße bringen. Anschließend war er auch noch an einem weiteren Tor direkt beteiligt.

Kein Wunder, dass Schalke ihm am 1. Februar mit einem Profivertrag bis zum 30. Juni ausstattete. So einen Kicker, der seit der U12 alle Nachwuchsmannschaften durchlaufen hat und sowohl eine feine Technik, als auch einen ausgeprägten Torinstinkt sowie eine gute Grundgeschwindigkeit hat, findet man selten.

Der türkische U19-Nationalspieler hat noch einige Zeit die Möglichkeit, sich unverzichtbar zu machen. Denn Guido Burgstaller und Breel Embolo werden S04 wohl noch einige Wochen-, wenn nicht gar Monate fehlen. Und die "Knappen" sind noch in drei Wettbewerben dabei...

Ahmed Kutucu (M.) jubelt mit Salif Sané (r.) und Mark Uth über ein Tor des FC Schalke 04 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Fortuna Düsseldorf.
Ahmed Kutucu (M.) jubelt mit Salif Sané (r.) und Mark Uth über ein Tor des FC Schalke 04 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Fortuna Düsseldorf.  © DPA

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