FC St. Pauli: Sport-Chef Bornemann stärkt Trainer Luhukay den Rücken

Hamburg - Anfang Oktober herrschte beim FC St. Pauli noch eitel Sonnenschein. Die Kiezkicker hatten sechs Spiele in Folge nicht verloren, dazu das Derby gegen den Erzrivalen HSV gewonnen und standen auf Platz fünf der Tabelle.

Sport-Chef Andreas Bornemann (rechts) stärkt Trainer Jos Luhukay den Rücken.
Sport-Chef Andreas Bornemann (rechts) stärkt Trainer Jos Luhukay den Rücken.  © Christian Charisius/dpa

Knapp zwei Monate später ist davon nichts mehr zu sehen. In den kommenden Wochen stürzten die Kiezkicker immer weiter ab, holten aus sieben Liga-Spielen nur noch zwei Punkte und belegen nur dank der besseren Tor-Differenz Rang 15.

Der FC St. Pauli hat seinen Tiefpunkt erreicht - vorläufig. Denn noch geht es weiter nach unten. Das Tabellen-Ende, das Dynamo Dresden ziert, ist allerdings nur drei Zähler entfernt.

Die katastrophale Entwicklung hatte am Samstag gegen Hannover 96 bei der 0:1-Niederlage ihren Höhepunkt erreicht.

Keine einzige zwingende Torchance in 90 Minuten, ein blutleerer Auftritt der Mannschaft und kaum ein Aufbäumen gegen die Niederlage.

Nun liegt es an Trainer Jos Luhukay den Karren aus dem Dreck zu ziehen, sofern er denn darf. Und da hat Sport-Chef Andreas Bornemann eine ganz klare Meinung.

"Jos Luhukay ist ein guter Trainer, das hat er auch in der Vergangenheit durch seine vielen Erfolge bewiesen. Es ist mir zu einfach, unsere aktuelle Situation nur an einer Person festzumachen", sagte er der Mopo.

Bornemann sei nach eigener Auskunft kein Freund davon, den Trainer auszutauschen und zu glauben, die Spieler hätten danach die Köpfe frei und würden Fußball von einem anderen Stern spielen. "Es gibt bei uns keine Trainerdiskussion", stellte der48-Jährige zudem klar.

Luhukay im Abstiegskampf erfahren

Trainer Jos Luhukay rümpft sich die Nase.
Trainer Jos Luhukay rümpft sich die Nase.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Gründe für den Absturz auf Platz 15 sieht der Sport-Chef unter anderem in der Verletzten-Misere, die "fast skurrile Züge angenommen" habe. Zuletzt fehlten Trainer Luhukay bis zu 15 Spieler.

"Die gute Ausgangslage mit sechs ungeschlagenen Spielen hat sich durch schlechte Ergebnisse in der Tabelle verschlechtert. Wir haben viele Punkte leichtfertig liegen lassen und in der 2. Liga bekommt man wenig geschenkt. Bei uns sind alle in der Pflicht", appellierte Bornemann auch an die Mannschaft, die von ihrem Trainer nach der 96-Pleite in Schutz genommen wurde.

"Die Mannschaft hat den Willen nicht vermissen lassen. Ich vertraue ihr. Wenn wir den Glauben aneinander nicht verlieren, werden wir wieder bessere Ergebnisse einfahren", sagte Luhukay, dessen Punkte-Schnitt beim Kiezclub auf mittlerweile 0,95 Zähler pro Partie geschrumpft ist.

Dass sich der Niederländer mit seinen Mannschaften im Tabellenkeller bewiesen kann, hat er bei seinen vergangenen Stationen bewiesen.

Mit dem FC Augsburg hielt er nach dem Aufstieg 2012 vorzeitig die Klasse, musste aber nach Querelen mit dem Vereinspräsidenten dennoch gehen. Gleiches schaffte er zwei Jahre später mit Hertha BSC Berlin.

Noch hoffen die Verantwortlichen beim FC St. Pauli, dass Luhukay auch beim Kiezclub wieder die Kurve bekommt und das Schiff in ruhigeres Gewässer führt.

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