Debüt nach Maß in Euro League: Joveljic beschert Eintracht Quali-Sieg in Tallinn

Tallinn - Endlich wieder Eintracht Frankfurt, endlich wieder Europa. So oder so ähnlich muss es den Fans des Bundesligisten wohl ergangen sein. In der zweiten Runde der Europa-League-Qualifikation musste die SGE bei Flora Tallinn bestehen. Am Ende sicherten sich die Hessen mit einem 2:1 (1:1)-Erfolg eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Frankfurt.

Die Eintracht-Kicker jubeln nach dem zwischenzeitlichen 1:0 durch Lucas Torró.
Die Eintracht-Kicker jubeln nach dem zwischenzeitlichen 1:0 durch Lucas Torró.  © imago images/Manngold

Zahlreiche Zuschauer hatten sich in der nicht ganz ausverkauften A. Le Coq Arena, auch bekannt als "Lilleküla Staadion", eingefunden - mit von der Partie waren auch rund 1500 Anhänger der Adlerträger.

Lucas Torró brachte die Frankfurter in Durchgang eins in Führung (24.), Mihkel Ainsalu glich für den estnischen Rekordmeister aus (34.). Dejan Joveljic brachte die Eintracht in Durchgang zwei erneut in Front (71.).

Zwei Mannschaftsteile standen bereits lange vor dem Anpfiff im Fokus. Aufgrund der sich noch immer hinziehenden Transfer-Posse um Kevin Trapp und der Verletzung der etatmäßigen Nummer eins, Frederik Rönnow, war die Torhüterfrage bis kurz vor dem Anpfiff offen. Letztlich machte Felix Wiedwald das Rennen.

Im Sturm sollten Goncalo Paciencia und Ante Rebic für Wirbel sorgen, Neuzugang und Youngster Joveljic saß zunächst auf der Bank. Darüber hinaus stand Neuzugang Dominik Kohr in der Startelf. Bei sonnigen Temperaturen um die 23 Grad legten die hessischen Gäste in der estnischen Hauptstadt vom Anpfiff weg gut los.

Den ersten ernst zu nehmenden Abschluss ließen die Hessen in Spielminute neun folgen: Einen langen Ball in den Sechzehner der Hausherren verlängerte Pacienca in Richtung Danny da Costa, der ohne lang zu fackeln abzog. Tallinns Keeper Matvei Igonen lenkte das Leder zur Ecke ab.

Kurz darauf die doppelte hundertprozentige Chance für die Eintracht: Zunächst setzte Filip Kostic nach Zuspiel von Rebic das Spielgerät gegen den Pfosten, den direkt darauffolgenden Nachschuss von Torró entschärfte Igonen in allerhöchster Not (14.).

Eintracht-Coach Adi Hütter (im Hintergrund) sah grundlegend ein gutes Spiel seiner Mannschaft.
Eintracht-Coach Adi Hütter (im Hintergrund) sah grundlegend ein gutes Spiel seiner Mannschaft.  © DPA

In der Zwischenzeit ließen kleinere Missverständnisse und Abstimmungsschwierigkeiten bei der SGE erkennen, dass der Bundesligist noch in der Frühphase der Vorbereitung steckte.

Dennoch ließen die Adlerträger nach einer druckvollen Phase die Führung folgen - und die hatte es in sich. Abgeklärt und ohne Skrupel nahm sich Torró erneut aus der Distanz ein Herz und hämmerte das Leder aus einer Distanz von rund 20 Metern in die Maschen - 1:0 (24.).

Auch in der Folge kontrollierte das Team von Coach Adi Hütter die Partie nach Belieben.

Doch den Hausherren gelang wie aus dem Nichts der Ausgleich. Zunächst vertendelte Mijat Gacinovic den Ball, wodurch Konstantin Vassiljev frei zum Flanken kam. Sein Zuspiel nutzte Ainsalu zum 1:1-Ausgleich (34.).

Zwar zeigten sich die Gäste ob des überraschenden Ausgleichs wenig beeindruckt, ein weiterer Treffer sollte den Hessen vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Ali Palabiyik jedoch nicht mehr gelingen. Es blieb vorerst beim 1:1 nach 45 gespielten Minuten.

Dem wichtigen Auswärtstor stand bis zu diesem Zeitpunkt der Wermutstropfen des durchaus überraschenden Ausgleichs entgegen, doch die weitaus größeren Spielanteile lagen auf Seiten der SGE. Durchgang Nummer zwei startete auf beiden Seiten ohne personelle Veränderungen - zum Auftakt der zweiten Spielhälfte nahm die Eintracht das Heft des Handelns zunächst direkt wieder in die Hand.

Lucas Torró (Mi.) hatte die Eintracht mit 1:0 in Führung geschossen.
Lucas Torró (Mi.) hatte die Eintracht mit 1:0 in Führung geschossen.  © DPA/AP/Claude Paris

Nachdem gut zehn Minuten in Halbzeit zwei gespielt waren, verflachte die Partie jedoch zusehends. Die Torchancen blieben aus, während die Fehlpass-Quote zunahm.

Zwar behielt die Eintracht in Sachen Ballbesitz die Oberhand, Zählbares vermochten die Hütter-Truppe daraus aber nicht zu machen.

Erst ein Distanzschuss von Gacinovic (63.) und ein Abschluss von da Costa nach Vorlage von Evan N'dicka (63.) brachten wieder etwas Schwung ins Frankfurter Spiel.

In der letzten halben Stunde war es dann Zeit für Veränderungen.

Joveljic ersetzte den glücklosen Paciencia, Daichi Kamada kam im gleichen Atemzug für Gacinovic (64.).

Zwar zeigte sich Tallinn auch weiterhin wenig gefährlich in der Offensive, doch gelang es dem estnischen Rekordmeister ohne allzu große Mühe die Frankfurter Angriffsbemühungen auf ein Minimum zu reduzieren.

Doch kaum waren die frischen Kräfte da, holten sich die Gäste die Führung zurück. Schnörkellos brachte da Costa den Ball in den Strafraum, Sturmjuwel Joveljic erzielte in seinem ersten Pflichtspiel für die Eintracht sein erstes Tor zum 2:1 (71.).

Doch auch diesmal meldete sich Tallinn mit einem wuchtigen Lattenknaller von Erik Sorga zurück - Glück für die Eintracht (79.). Kurz vor dem Abpfiff durfte auch Timothy Chandler nochmal auf den Rasen. Er kam für da Costa (88.). Ein erneuter überraschender Ausgleichstreffer der Esten blieb aus, am Ende siegte die Eintracht verdient mit 2:1 und hat nun beste Chancen auf das Erreichen der 3. Qualifikations-Runde.

Das Rückspiel in der Frankfurter Commerzbank Arena findet in einer Woche (Donnerstag, 1. August, 19 Uhr) statt. Die Partie ist bereits jetzt restlos ausverkauft.

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