Juchtenkäfer, Spinne und Bienen: Immer weniger Experten können Arten erkennen

Stuttgart - Schmetterlinge, Spinnen und Frösche, Bienen und die vor allem in Stuttgart berüchtigten Juchtenkäfer oder Mauereidechsen: Alles Arten, die wichtig sind für den Naturkreislauf. Und Arten, bei denen sich immer weniger Menschen wirklich auskennen. Was tun?

Eine Biene auf einer Blüte.
Eine Biene auf einer Blüte.  © dpa/Fabian Sommer

Vor allem bei großen Bauprojekten und bei der Entwicklung von Schutzgebieten sind Fachleute mit Artenkenntnissen wichtig.

Allerdings geht die Zahl der Experten für Vögel und Käfer, Pflanzen, Käfer und Wildbienen deutlich zurück. Vor den Folgen dieses Mangels warnen die Naturschützer und Umweltverbände.

"Die Lehre der Arten ist das Einmaleins der gesamten Biologie", betont der Landesnaturschutzverband in Stuttgart. Es sei nicht möglich, das Insektensterben zu untersuchen oder Bauplanungen zu gestalten, ohne Arten bestimmen zu können. "Der gesamte Schutz der Biodiversität ist in Frage gestellt", warnte der Dachverband der Natur- und Umweltschützer.

Für den Nachwuchsmangel macht der Verband unter anderem die Hochschulen verantwortlich. "An den meisten Hochschulen spielt die Taxonomie nur noch eine Nebenrolle, an Kindergärten und Schulen sieht es nicht besser aus."

Der Landesnaturschutzverband will deshalb mit einer landesweiten "Initiative Artenkenntnis" für die Taxonomie werben. Details stellt der Verband am Montag (11.00 Uhr) vor.

Update 14.50 Uhr:

Mit Schulgärten und Exkursionen, Lehrerfortbildungen und im Dialog mit Hochschulen wollen Naturschützer das Wissen um die Arten in der Tier- und Pflanzenwelt verbessern.

"Das Wissen um die Arten droht zu einer Art Geheimwissenschaft zu werden", warnt auch Albert Reif, der ehemalige Leiter der Professur für Standorts- und Vegetationskunde der Universität Freiburg. Er koordiniert die "Initiative Artenkenntnis" des LNV. Ihr Ziel ist es, das Wissen über die Arten zu stärken und zu fördern.

Eine Eidechse auf einem Stein.
Eine Eidechse auf einem Stein.  © Sina Schuldt/dpa

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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