Partei plant neue Vereinigung: "Juden in der AfD"

Berlin - Was nach einem schlechten Scherz klingt, soll am 7. Oktober Wirklichkeit werden. Die AfD will eine Mitgliedervereinigung namens "Juden in der AfD" gründen, wie die BILD berichtet.

Am 7. Oktober soll die Entscheidung über "Juden in der AfD" fallen. (Bildmontage)
Am 7. Oktober soll die Entscheidung über "Juden in der AfD" fallen. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

"Wie jüdische Menschen ihre Mitgliedschaft in einer solchen Partei vor sich selbst rechtfertigen können, ist völlig unverständlich", sagt Charlotte Knobloch (85), Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. "Die AfD ist und bleibt eine Partei, in der Antisemiten sich pudelwohl fühlen können", fügte Knobloch hinzu.

Elio Adler vom Berliner Verein "WerteInitiative" ist dieser Vorstoß ein "Feigenblatt für plumpe AfD-Hassbotschaften". Ein Zusammenschluss von von Juden und AfD diene lediglich dafür, gegen Muslime zu agitieren. "Wir halten jedes Engagement in dieser Partei für falsch", so Adler weiter.

Das meint auch Publizist und Moderator Michel Friedman (62): "Die AfD ist die Partei, die geistige Brandstiftung wieder salonfähig macht. Niemand sollte in die AfD eintreten, ein Jude erst recht nicht."

Die AfD als ganzes sei zwar nicht antisemitisch, dulde aber antisemitische Ausfälle wie die Relativierung der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen, erklärte Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein (50), der Zeitung.

Das Engagement von Juden innerhalb der AfD werfe daher "einige Fragezeichen auf". Die meisten jüdischen Verbänden sind sich sicher: Jude sein und AfD-Mitglied, das passt nicht zusammen. Doch die AfD wird sich von ihrem Vorhaben, trotz Kritik, sicherlich nicht abbringen lassen.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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