Jüdische Grabsteine mit Hakenkreuzen beschmiert

Quatzenheim - Gut eine Woche nach der Gräberschändung auf einem jüdischen Friedhof in der Nähe von Straßburg im Elsass sollen die Grabsteine gereinigt werden.

Der französische Innenminister Christophe Castaner zu Besuch auf dem jüdischen Friedhof in Quatzenheim.
Der französische Innenminister Christophe Castaner zu Besuch auf dem jüdischen Friedhof in Quatzenheim.

Die Arbeiten begännen am Mittwoch, erklärte das Rathaus der Gemeinde Quatzenheim am Dienstag.

Auf dem jüdischen Friedhof der Kommune waren vergangene Woche nach Angaben des Rathauses mehr als 80 Gräber geschändet worden - unter anderem sprühten Unbekannte Hakenkreuze auf Stelen und auf ein Eingangsportal.

Staatspräsident Emmanuel Macron reiste nach Quatzenheim und sicherte eine entschlossene Reaktion des Staats zu.

Laut dem Sender Franceinfo soll die Reinigung ein bis zwei Tage dauern.

Eine Spezialfirma sei dafür engagiert worden. Wie viel deren Einsatz kosten werde, sei noch unklar.

Die Ermittlungen zu den Tätern dauern an.

Für Dienstagabend war als Reaktion auf die Gräberschändung ein Treffen von Anhängern verschiedener Religionen auf einem zentralen Platz in Straßburg geplant, wie die Präfektur erklärte.

In Frankreich gibt es zur Zeit ein breite Debatte über Antisemitismus. Die Zahl judenfeindlicher Vorfälle stieg nach jüngsten Zahlen des Innenministeriums im vergangenen Jahr sprunghaft an: um fast drei Viertel (74 Prozent).

Am Rande einer "Gelbwesten"-Demonstration in Paris wurde vor gut zwei Wochen der Schriftsteller und Philosoph Alain Finkielkraut antisemitisch beschimpft.

Die mit Hakenkreuz beschmierten Grabsteine im elsässischen Quatzenheim bei Straßburg.
Die mit Hakenkreuz beschmierten Grabsteine im elsässischen Quatzenheim bei Straßburg.  © DPA

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