Jüdischer Rapper Spongebozz verteidigt Kollegah und Farid Bang

Berlin - Der jüdische Rapper Spongebozz findet es trotz der Antisemitismus-Vorwürfe gegen Kollegah und Farid Bang richtig, dass die Echo-Nominierungen beider Musiker aufrecht erhalten bleiben.

Der Rapper Spongebozz befürwortet die Entscheidung des Ethik-Beirats der BVMI. (Bildmontage)
Der Rapper Spongebozz befürwortet die Entscheidung des Ethik-Beirats der BVMI. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Die kritisierte Zeile aus ihrem Song "0815" sei "geschmacklos - aber nicht antisemitisch", sagte Spongebozz am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Deswegen muss ich als Rapper sagen, dass ein Ausschluss Zensur wäre", erklärte er. "Die Kunstfreiheit ist ein zu hohes Gut in Deutschland, als dass wir sie einschränken sollten, nur weil uns eine bestimmte Kunst nicht passt."

Bei der Echo-Veranstaltung am Donnerstag in Berlin ist Spongebozz neben Kollegah und Farid Bang in der Kategorie Hip-Hop/Urban National nominiert. Seine Kontrahenten stehen unter anderem wegen der Textzeile "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" in der Kritik.

Am Freitag hatte der unabhängige Ethik-Beirat des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) entschieden, Kollegah und Farid Bang nicht von der Echo-Preisverleihung auszuschließen, wie TAG24 berichtete.

Spongebozz hatte sich vor einigen Monaten zu seinem jüdischen Glauben bekannt. Er sehe kein explizites Antisemitismus-Problem in der Rap-Szene, sagte er nun der dpa.

"Ich sehe ein Antisemitismus-Problem in unserer Gesellschaft." Er habe aber auch viel positiven Zuspruch für den offenen Umgang mit seinen Wurzeln bekommen.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)