Nach Schelte gegen Bundes-Jogi: Klinsi mit Löw auf Kuschelkurs

Wolfsburg/Stuttgart - Ex-Bundestrainer und Schwabe Jürgen Klinsmann feierte am Mittwoch beim Länderspiel Deutschland gegen Serbien in Wolfsburg sein Debüt als TV-Experte bei RTL.

Im Länderspiel 2015 trafen sie in Köln aufeinander: Der damalige US-Coach Jürgen Klinsmann und sein früherer Weggefährte und noch aktueller Bundestrainer Jogi Löw.
Im Länderspiel 2015 trafen sie in Köln aufeinander: Der damalige US-Coach Jürgen Klinsmann und sein früherer Weggefährte und noch aktueller Bundestrainer Jogi Löw.  © DPA

Und im Gegensatz zu Klinsmanns Auftritt vor wenigen Tagen in der Sendung "100 % Bundesliga – Fußball bei Nitro" (TAG24 berichtete), ging er mit seinem ehemaligen Weggefährten und aktuellen deutschen Bundestrainer, Jogi Löw, auf Kuschelkurs.

So umarmten sich Klinsmann und Löw bei ihrer Begegnung und Klinsi servierte dem Bundestrainer selbstverständlich seinen heißgeliebten Espresso.

Eine inzwischen alberne Tradition des Kölner Fernsehsenders, worauf selbst Löw – so scheint es – nicht mehr weiß, wie er reagieren soll.

Und wie bewertete Klinsi das Geschehen auf dem Platz?

Auch bei seiner Analyse des mageren 1:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien (TAG24 berichtete) blieb der Schwabe auf seinem Kuschelkurs.

Zwar bewertete der ehemalige deutsche Bundestrainer und US-Coach die erste Hälfte als "ein bisschen zäh", doch ansonsten schien der gebürtige Göppinger zufrieden mit dem Auftritt seiner Ex-Schützlinge.

Klinsi feiert sein Debüt als RTL-TV-Experte.
Klinsi feiert sein Debüt als RTL-TV-Experte.  © DPA

"Sehr viele positive Erkenntnisse" will der Schwabe im Spiel der Deutschen gesehen haben.

Kritik äußerte er schlicht an der Chancenverwertung, doch dabei nahm der Weltmeister von 1990 Löw in Schutz: Er könne ja "nicht von außen reinrennen und sagen: ’Ich mach das Ding jetzt selber rein’", beschränkte sich Klinsi mit seichter Kritik auf Löws Elf auf dem Rasen.

Außerdem sprach Klinsmann von mangelnder Erfahrung im DFB-Team, wobei er vor allem den Leipziger Stürmer Timo Werner meinte, der am Mittwoch einige Chancen liegen ließ.

Der gesamte Auftritt von Klinsmann bei RTL erinnerte jedenfalls kaum noch an dessen Aussagen vergangener Tage (TAG24 berichtete), als er scheinbar noch mit dem deutschen Fußball und seinem alten Weggefährten Löw abgerechnet hatte.

"Wenn du in der Verantwortung bist, dann stehst du für Resultate. Wenn du CEO einer großen Company bist, dann musst du die Bilanzen zeigen, musst die Ergebnisse zeigen. Und wenn die nicht stimmen, musst du irgendwann gehen", sagte Klinsmann in der Sendung "100 % Bundesliga – Fußball bei NITRO". (TAG24 berichtete)

Stattdessen genoss es Klinsmann sichtlich wieder in der Nähe der deutschen Nationalmannschaft zu sein, die er auch in den folgenden zehn EM-Qualifikationsspielen als TV-Experte bei RTL mit Moderator Florian König begleiten wird.

Vielleicht hängt Klinsmann auch emotional noch zu sehr an der DFB-Elf, um sie kritisieren zu können. So sprach er immer wieder von "Wir", obwohl er bereits seit dem dritten Platz beim Sommermärchen 2006 nicht mehr Teil der deutschen Nationalmannschaft ist.

Titelfoto: DPA

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