Meine Meinung: Warum Jürgen Klinsmann der Richtige für den VfB Stuttgart ist

Stuttgart - Der Name Jürgen Klinsmann (54) ist schon vor dem Rücktritt des VfB Stuttgart-Präsidenten Wolfgang Dietrich oft gefallen, wenn es um die Besetzung eines starken Amts innerhalb des Vereins ging. Jetzt ist "Klinsi" omnipräsent und das hat auch seine Berechtigung.

Jürgen Klinsmann (54) wird derzeit als geeigneter Kandidat für das Amt des Vorstandsvorsitzenden beim VfB Stuttgart gehandelt.
Jürgen Klinsmann (54) wird derzeit als geeigneter Kandidat für das Amt des Vorstandsvorsitzenden beim VfB Stuttgart gehandelt.  © DPA

Die "Dietrich raus!"-Sprechchöre sind gerade erst verklungen, da machen bereits andere Parolen die Runde: "Klinsi, komm zu uns zurück!", #klinsmannforpresident und mehr kursierte in den sozialen Netzwerken.

Der in Göppingen geborene Ex-Weltklassestürmer ist im Trend. Doch weshalb?

Der Autor dieser Zeilen war am vergangenen Sonntag bei der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart, die sich als "WLAN-Gate" ein trauriges Kapitel der Vereinsgeschichte sichern dürfte.

Was aber alles andere als traurig, sondern als bemerkenswert im Hinterkopf bleiben wird, sind die Emotionen innerhalb des Clubs, die am Sonntag durchbrachen.

Junge, sowie langjährige VfB-Mitglieder, verdiente Mitarbeiter und Ultras haben bei der Allgemeinen Aussprache in Redebeiträgen die Verfehlungen Wolfgang Dietrichs aus verschiedenen Blickwinkeln aufgezeigt. Dabei fielen unter anderem Stichpunkte wie "fehlender Dialog, mangelnde Sportkompetenz, keine Sympathie".

Und genau hier kommt Jürgen Klinsmann ins Spiel.

Klinsmann verkörpert Sportkompetenz, ist nahbar und sympathisch

TAG24-Redakteur David Frey in Stuttgart.
TAG24-Redakteur David Frey in Stuttgart.  © TAG24

Denn der 54-jährige Urschwabe verkörpert das, was die Fans mit ihrem unmissverständlichen "Wir wollen unseren VfB wieder zurück" am liebsten in die ganze Fußballwelt herausschreien wollten.

Der Verein braucht wieder einen charismatischen Mann an der Spitze, der sich leidenschaftlich mit dem VfB identifiziert.

"Klinsi" wirkte schon in seiner Zeit als DFB-Trainer beim Sommermärchen 2016 nach außen hin nahbar und sympathisch. Er dürfte mindestens ein, wenn nicht zwei offene Ohren für die Fans in Stuttgart haben.

Ein Ausschnitt zum Thema Sportkompetenz: Er spielte von 1984-89 beim VfB Stuttgart (davor Stuttgarter Kickers), erzielte in 156 Bundesliga-Spielen 79 Tore und setzte seine Weltkarriere bei großen Top-Clubs wie Inter Mailand (Italien) und dem FC Bayern München fort.

Er wurde 1990 Weltmeister und 1996 Europameister mit der deutschen Nationalmannschaft. Später trainierte er die deutsche Mannschaft, den FC Bayern München, sowie die US-amerikanische Nationalmannschaft. Das dürfte passen. Vor allem neben VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger, der von den Fans geliebt wird.

Guido Buchwald könnte sich Rückkehr zum VfB mit Klinsmann vorstellen

Jürgen Klinsmann spielte von 1984-89 für den VfB Stuttgart, erzielte in 156 Bundesliga-Spielen 79 Tore. (Fotomontage)
Jürgen Klinsmann spielte von 1984-89 für den VfB Stuttgart, erzielte in 156 Bundesliga-Spielen 79 Tore. (Fotomontage)  © DPA

Und Klinsmann wurde nicht nur von den weiß-roten Anhängern ins Spiel gebracht.

Ex-Weltmeister und VfB-Ehrenspielführer Guido Buchwald (58), der im Februar nach einem Streit mit Daimler-Vorstand und Dietrich-Freund Wilfried Porth von seinem Amt im Aufsichtsrat zurückgetreten ist, würde eine Rückkehr Klinsmanns begrüßen.

"Er bringt enorme Fußball- und Sozialkompetenz mit, hat ein großes Netzwerk und kann mit seiner Begeisterungsfähigkeit Leute mitnehmen", sagte Buchwald am Dienstag der "Bild". "Mit Jürgen kann ich mir im Fußball alles vorstellen.", ergänzte er und stellte damit eine eigene Rückkehr in Aussicht - zwei wertvolle Fliegen mit einer VfB-Klatsche also.

Selbst Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne) sagte, angesprochen auf Klinsmann: "Ich fände, das wäre einfach eine super Lösung. Er ist jemand, der von hier kommt, der zusammenführt und hinter dem sich die ganze VfB-Familie versammeln kann."

Und das ist allerspätestens seit dem vergangenen Sonntag wichtiger denn je. Nach "kicker"-Informationen hat Klinsmann zwar kein Interesse am Job als VfB-Präsident, könne sich aber wohl den bisher vakanten Vorstandsvorsitz in der AG vorstellen.

Ex-Nationalspieler Hansi Müller, der eine Rückkehr Klinsmanns ebenfalls gutheißen würde, gab lediglich zu Bedenken, dass es schwierige Verhandlungen mit dem 54-Jährigen werden könnten, da dieser sicherlich ganz klare Vorstellungen von einem möglichen Engagement habe und Bedingungen stellen werde.

Doch der Autor dieser Zeilen findet, dass es definitiv einen Versuch wert ist. Jürgen Klinsmanns Medienberater Roland Eitel sagte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: "Wenn jemand vom VfB Stuttgart anruft - egal aus welchem Grund - wird er immer ans Telefon gehen. So war das auch in der Vergangenheit immer".

Der VfB wäre gut beraten, zum Hörer zu greifen.

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