Genies bei der Arbeit! Die genialen Erfindungen von Sachsens Jugend

Soll bald käuflich sein: Das intelligente Kellerfenster von Konstantin 
Langfritz (17) war dem Wirtschaftsministerium gestern einen Sonderpreis 
wert.
Soll bald käuflich sein: Das intelligente Kellerfenster von Konstantin Langfritz (17) war dem Wirtschaftsministerium gestern einen Sonderpreis wert.  © Petra Hornig

Dresden - Sie sind die Wissenschaftler von morgen, ihre Erfindungen die Produkte der Zukunft: Sieben junge Sachsen sind gestern beim Landesfinale im Wettbewerb „Jugend forscht“ im Dresdner Hygienemuseum ausgezeichnet worden – mit Arbeiten aus den Bereichen Biologie, Chemie, Mathematik und Physik. Wir stellen drei Siegerprojekte der insgesamt 27 Schüler, Studenten und Azubis zwischen 15 und 19 Jahren vor:

Cleveres Kellerfenster

Sie leiden unter Schimmel an der Wand oder haben einen feuchten Keller? Dann könnte die Erfindung von Konstantin Langfritz (17, Goethe-Gymnasium Chemnitz) schon bald hilfreich sein.

Er ertüftelte ein intelligentes Kellerfenster. Das öffnet sich automatisch, wenn die Luftfeuchtigkeit draußen niedriger ist als drinnen, bleibt aber auf Wunsch nachts ganz dicht (Einbruchsgefahr) oder wenn es draußen zu kühl ist.

Mehrere Firmen (darunter auch Siemens) haben bereits Interesse an der Produktion der Erfindung bekundet, die unter dem Namen „PiDry“ auf den Markt kommen könnte. „Ich bin damit einfach in eine Marktnische gestoßen“, erklärt sich Langfritz das enorme Interesse.

Schiff ahoi: Felix Krabbes (18) hat einen Steuerungsalgorithmus für 
Modellsegelboote entwickelt.
Schiff ahoi: Felix Krabbes (18) hat einen Steuerungsalgorithmus für Modellsegelboote entwickelt.  © Petra Hornig

Immer hart am Wind!

Zwei Bachelor-Arbeiten von Uni-Absolventen konnten nicht lösen, was Hobby-Segler Felix Krabbes (18, Wilhelm-Ostwald-Gymnasium Leipzig) jetzt gelungen ist: Er programmierte eine vollautomatische Steuerung für ein Segelboot-Modell: „Meine Vorgänger waren gescheitert, weil sie zum Beispiel drehende Winde nicht einkalkuliert hatten.“

In der Computersimulation segelt Felix’ Boot schon problemlos hart am Wind. Jetzt steht der Praxistest auf dem See vor der Leipziger Messe an. Kentert das Boot dabei nicht, wäre endlich der Weg frei für längst geplante Modellboot-Wettbewerbe zwischen Gymnasien, Ober-, Berufsfach- und Förderschulen.

Kam kleinen Plagegeistern auf die Schliche: Lisa-Marie Pumper (18) hat das 
Ei-Ablage-Verhalten der Gemeinen Bettwanze (kl.F.) erforscht.
Kam kleinen Plagegeistern auf die Schliche: Lisa-Marie Pumper (18) hat das Ei-Ablage-Verhalten der Gemeinen Bettwanze (kl.F.) erforscht.  © Petra Hornig

Wanzen ausgetrickst

Lisa-Marie Pumper (18) hat erforscht, wie Bettwanzen ihre Eier ablegen. Dafür hat sie Wanzen-Weibchen auf drei verschiedene Sandpapiere mit weicher, mittlerer und harter Körnung gesetzt.

Auf dem mittelkörnigen Papier wurden nur 3, auf den anderen aber bis zu 39 Eier abgelegt. Doch warum mieden die Wanzen die Mittelkörnung? Das fand Lisa-Marie mit einem Elektronenmikroskop heraus: „Die ‚Beine‘ der Bettwanzen sind genau so groß wie die Körnung des handelsüblichen P240-Sandpapiers aus dem Baumarkt - genau 58,5 Mikrometer.“

Würde man künftig also Bilderrahmen oder Möbelrückfronten (wohin Wanzen gerne ihre Eier legen) mit diesem Sandpapier ausstatten, würden sich die Lästlinge andere Orte suchen.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0