Jugendamt holt weniger Kinder aus ihren Familien

Stadträtin Sabine Pester (32, Linke) sagt: Frühe Hilfen für Familien beginnen 
zu wirken.
Stadträtin Sabine Pester (32, Linke) sagt: Frühe Hilfen für Familien beginnen zu wirken.  © Uwe Meinhold

Chemnitz - Gute Nachricht aus dem Jugendamt: Immer seltener müssen Kinder aus ihren Familien rausgeholt werden.

Die Anzahl sogenannter Inobhutnahmen hat sich fast halbiert! Musste das Jugendamt 2013 noch 401-mal einschreiten, so waren es 2016 „nur“ noch 220 Inobhutnahmen, so Sozialbürgermeister Philipp Rochold (55, parteilos).

„Ein erfreulicher Trend“, sagt Stadträtin Sabine Pester (32, Linke). Inobhutnahmen seien das „letzte Mittel“, um Kinder und Jugendliche zu schützen. „Es zahlt sich aus, dass wir ein ,Netzwerk Frühe Hilfen‘ haben, um rechtzeitig eingreifen zu können.“

Häufigstes Problem bei den Inobhutnahmen sind laut Rathaus überforderte Eltern (101 Fälle). Aber es gibt auch Misshandlungen (12) und zweimal sogar sexuellen Missbrauch. Gemeldet werden diese Vorkommnisse von Ärzten, Nachbarn und oft von den Kindern und Jugendlichen selbst.

Bei unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen (Umas) ist ein starker Anstieg zu verzeichnen - von 142 Fällen 2015 auf 340 im vergangenen Jahr. „Das war wegen angestiegener Flüchtlingszahlen zu erwarten“, sagt Sabine Pester. Umas werden automatisch vom Jugendamt betreut.

Titelfoto: Uwe Meinhold


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