"Generation Porno": Diese Gefahren lauern, wenn Du's Dir täglich machst!

Die meisten Frauen wissen nicht, dass es sich ihre Partner lieber selbst machen. Sie denken oft, die Partner seien impotent...
Die meisten Frauen wissen nicht, dass es sich ihre Partner lieber selbst machen. Sie denken oft, die Partner seien impotent...

Berlin - Man könnte meinen, die haben's gut... Pornos sind zu jeder Zeit und überall frei verfügbar. Und die ziehen sich die 20-25-Jährigen der "Generation Porno" auch lieber rein, als sich miteinander zu vergnügen. Genau das bringt Probleme!

Männer masturbieren lieber, als fetzigen Sex mit ihren Partnern zu haben. Studien sagen, dass 12 bis 30 Prozent des gesamten Internet-Traffics Hardcore-Porno-Material beinhalten. Also eine Menge Holz!

Der Berliner Sexualpsychologe Christoph Ahlers erklärt uns einiges zum Thema Pornos und den Auswirkungen auf die Generation, die schon als Kinder oder Jugendliche mit harten Filmen in Berührung kommen.

Der Paar-Therapeut berät in seiner Praxis auch Klienten, "die lieber zu Pornos masturbieren, als Sex mit ihrer Freundin oder ihrem Freund zu haben". Betroffen seien besonders die 20- bis 25-jährigen Männer, erklärt er bei Deutschlandfunk Nova.

"Jugendliche können durch die Pornos den Eindruck gewinnen: So geht geiler Sex und so muss ich das wollen, können und bringen, um sexuell gut anzukommen."

Männer sind eher "reizorientiert", während Frauen eher "beziehungsorientiert" sind, meint Christoph Ahlers (Sexualpsychologe).
Männer sind eher "reizorientiert", während Frauen eher "beziehungsorientiert" sind, meint Christoph Ahlers (Sexualpsychologe).

Früher wurden Pornos heimlich "in den hinteren Räumen der Videotheken ausgeliehen". Jetzt gibt's die "Überfrauen und Überbrüste" überall. Das Spektrum an sämtlichen Porno-Kategorien ist mehr als breit. Für jeden jederzeit und überall. Bevor sie eigene Erfahrungen macht, hat die "Generation Porno" also eh schon alles gesehen und konsumiert.

Welche Auswirkungen hat das? Therapeut Ahlers sagt: "Der entscheidende Punkt ist, dass Pornografie fiktional ist. Das Reizpotenzial unterscheidet sich zum realen Sex! In Pornos geht es nur um Genitalien, Stellungen - um Perspektiven, die man meist selbst nicht einnehmen kann..." Und Ahlers erklärt weiter: Bei Sciencefiction-Filmen ist jedem klar, dass es nicht real ist. Bei Pornos hingegen gelingt uns das nicht, weil wir als Konsumenten emotional teilnehmen.

Der Porno-inhalierende Mann wird immer unsicherer. In den Pornos gezeigte Praktiken, Stellungen und Handlungen bekommen "Modellcharakter". "So geht also geiler Sex, so muss man's bringen, um gut anzukommen..."

Laut Ahlers gibt's neuerdings diese Probleme: In Beziehungen hat häufig der Mann keine Lust auf Sex mit der Frau, was früher genau andersrum ablief... Zum Therapeuten geschickt, erzählen viele Männer von ihrer Pornosucht. Da heutzutage selbstbewusste Frauen vieles fordern, machen es sich Männer morgens und abends per Handy "mit dem Porno in der Hand" selbst. "Das ist geiler als das, was ich real erleben kann. Der Bildschirm will nichts von mir. Und das ist alles besser als mit meiner Frau..."

Oftmals wissen es die Partnerinnen gar nicht. Sie denken, der Partner sei impotent. Sexualpsychologe Christoph Ahlers sagt, noch ist nicht erforscht, was das alles mit uns macht ... Empirisch aber ist klar bewiesen: Pornosucht betrifft hauptsächlich Männer! "Kompliziert daran ist, dass Männer durch Sex Nähe herstellen (wollen) und Frauen Nähe brauchen, um Sex haben zu können."

Wie viele Menschen in Deutschland unter Sexsucht leiden, ist nicht bekannt. Schätzungen gehen von Hunderttausenden aus. Für Betroffene hat sexuelle Betätigung die gleiche Funktion wie für Alkoholiker das Trinken von Alkohol.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0