Fall Julia R.: Tötete der Angeklagte seine Freundin auf den Befehl eines Herrschers?

Wegen Totschlags muss sich der 22-Jährige vor Gericht verantworten.
Wegen Totschlags muss sich der 22-Jährige vor Gericht verantworten.

Detmold - Im Auftrag eines Weltherrschers will der 22-jährige Dominik P. aus Oerlinghausen im Juni 2016 seine Freundin Julia R. getötet haben.

Vor dem Landgericht Detmold machte der Angeklagte zum Auftakt eines Totschlagsprozesses am Montag dafür einen mehrmonatigen Drogen-Konsum verantwortlich. "Ich lebe seit einem LSD-Trip 2015 in einer Parallel-Welt", sagte der Angeklagte.

Er habe es so empfunden, als habe ihm dieser Weltherrscher den Auftrag erteilt, seine Freundin zu töten. Welche Rolle der jahrelange Konsum verschiedener Drogen, darunter LSD, Marihuana, Speed und Alkohol bei der Tat gespielt hat, soll ein Gutachter bewerten.

Damit erscheint der Tod der 31-jährigen Frau in einem völlig anderen Licht. Gegenüber der Polizei hatte der 22-Jährige behauptet, seine Freundin auf deren eigenes Verlangen mit einem Messer getötet zu haben.

Sie sei lebensmüde gewesen. Die Staatsanwaltschaft nahm ihm das aber nicht ab und klagte den jungen Mann wegen Totschlags an. Darauf droht eine höhere Strafe als bei einer Tötung auf Verlangen.

Der Angeklagte sitzt in Detmold neben seinem Anwalt Carsten Ernst.
Der Angeklagte sitzt in Detmold neben seinem Anwalt Carsten Ernst.

Ein Gutachter stellte am linken Arm des Angeklagten vernarbte, schwere Stich- und Schnittverletzungen fest, die auf Abwehrbewegungen des Opfers hindeuteten. Der 22-Jährige hatte sich einen Tag nach dem Tod der Frau in ärztliche Behandlung begeben.

Seit Juni 2016 galt die Frau monatelang als vermisst. Ihre Leiche wurde erst im Oktober gefunden. Nachdem die Ermittler dem 22-jährigen auf die Spur gekommen waren, hatte er sie zu dem vergrabenen Körper in einem Waldgebiet geführt.

Zur Tat selbst äußerte sich der Angeklagte nicht mehr, dafür aber ausführlich zu seinem Lebenslauf. Nach seinem Realschulabschluss hatte er die weitere Schulausbildung an einem Berufskolleg abgebrochen.

Einen Ausbildungsplatz zum Kfz-Mechatroniker habe er verloren. Die Werkstatt hatte ihm Privatgeschäfte vorgeworfen.

Der Angeklagte war den Ermittlern aufgefallen, weil er seine verschwundene Freundin nie als vermisst gemeldet hatte. In seiner Wohnung fanden sie dann das Handy der Toten. Bis Ende März sind drei weitere Verhandlungstage angesetzt.


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