Nagelsmann greift eigene Fans an: "Vielleicht ist Opernbesuch besser!"

Sinsheim - Nach der deftigen 1:4-Klatsche von Fussball-Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim gegen den VfL Wolfsburg (TAG24 berichtete), hat Trainer Julian Nagelsmann die eigenen Fans heftig kritisiert.

Der 31-jährige Trainer der TSG 1899 Hoffenheim kann das Verhalten der eigenen Fans nicht nachvollziehen.
Der 31-jährige Trainer der TSG 1899 Hoffenheim kann das Verhalten der eigenen Fans nicht nachvollziehen.  © DPA

Der Grund für den Ärger des 31-Jährigen war das Verhalten einiger TSG-Anhänger während der Partie. Wolfsburg war zu Beginn der zweiten Halbzeit am Drücker und drängte die Hoffenheimer tief in die eigene Hälfte. Obwohl es 1:1 stand, pfiffen viele Fans der Kraichgauer ihre eigene Mannschaft aus.

"Ich habe vor ein paar Wochen schon mal gesagt, dass wir da Steigerungspotenzial haben, dass da Anspruchsdenken und die Wirklichkeit bei einigen anscheinend relativ weit auseinander gehen", beklagte sich Nagelsmann, angesprochen auf die eigenen Anhänger.

Das Fanverhalten verwundert den neutralen Betrachter, bedenkt man vor allem, dass die Hoffenheimer die vorangegangenen vier Spiele allesamt gewannen.

Dabei entzückten sie teilweise mit überragendem Offensivfussball die Bundesliga - und auch die eigenen Fans.

Champions League für Hoffenheim immer noch möglich

Julian Nagelsmann tröstet Abwehrspieler Nico Schulz nach der 1:4-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg.
Julian Nagelsmann tröstet Abwehrspieler Nico Schulz nach der 1:4-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg.  © DPA

Als Wolfsburg dann letztlich nach einem Patzer von dem bis dato stark aufspielenden TSG-Keeper Oliver Baumann in Führung ging, verließen einige Besucher vorzeitig die PreZero Arena in Sinsheim. Völlig unverständlich für Julian Nagelsmann: "Vielleicht ist da der Opernbesuch doch besser", so der Trainer bissig.

Obwohl die Kraichgauer durch die Niederlage auf Platz 7 der Tabelle zurückgefallen sind, ist im Kampf um die Europapokalplätze noch alles offen. Der Rückstand auf Eintracht Frankfurt und damit auf einen Champions League-Platz beträgt lediglich vier Punkte, am kommenden Wochenende kommt es zum direkten Duell gegen den Fünften Borussia Mönchengladbach (Samstag, 15:30 Uhr/Sky).

Im Bundesliga-Endspurt wird die TSG die Unterstützung der eigenen Fans gut gebrauchen können. Julian Nagelsmann, der vor seinem anstehenden Wechsel zu RB Leipzig noch drei Mal in Hoffenheims Coaching-Zone unterwegs sein wird, gibt den Anhängern noch etwas zu denken mit:

"Ich glaube, wenn ich hier als Zuschauer die letzten drei Jahre im Stadion war, würde ich (...) erstmal drei Kreuzzeichen machen und sagen: Schön, dass in der Region so ein Fußball gespielt wird".

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