Linken-Politikerin fordert Drogenkonsumräume für Leipzig

Linken-Politikerin Juliane Nagel sprach sich für die Schaffung von Drogenkonsumräumen aus.
Linken-Politikerin Juliane Nagel sprach sich für die Schaffung von Drogenkonsumräumen aus.  © DPA

Leipzig - Nicht nur in der Nähe der Eisenbahnstraße gibt es Probleme mit benutzten Heroinspritzen und anderem Junkie-Equipment. Auch andere Stadtteile fühlen sich durch den vermehrten Drogenkonsum in der Öffentlichkeit gestört.

Im ersten Quartal 2017 wurden bereits so viele benutzte Spritzen im öffentlichen Bereich gefunden, wie im gesamten Vorjahr zusammengenommen, ergab eine Untersuchung der Stadtrat-Fraktion Die Linke.

"Folgen des Drogenkonsums im öffentlichen Raum sind vor allem auch benutzte Spritzen und andere Konsumutensilien, die zu Verletzungen und im schlimmsten Fall zu Ansteckungen führen können", so Stadträtin Juliane Nagel.

Um das Problem einzudämmen und Süchtige von den Straßen, Parks und Spielplätzen wegzuholen, sollen deshalb Drogenkonsumräume eingerichtet werden. Dieser Vorschlag wurde am Montag im Sächsischen Landtag diskutiert. Vor allem im Leipziger Osten sollen Räumlichkeiten entstehen, in denen Süchtige sich zum Drogenkonsum zurückziehen können.

Für die Einrichtung solcher Räumlichkeiten sprachen sich vor allem die Anwohner der Gebiete um die Eisenbahnstraße aus, außerdem die Elterninitiative einer Kita, manche Politiker und Suchtberater. Der drogenpolitische Referent der Aids-Hilfe, Dirk Schäffer, ist außerdem der Meinung, dass Drogenkonsumräume Leben retten können. Das haben Untersuchungen zum Nutzen der 24 bereits bestehenden Drogenkonsumräume in 15 deutschen Städten ergeben. Süchtige würden durch die Räumlichkeiten besser den Weg zu Hilfsangeboten finden.

"Konsumräume animieren nicht zum Konsum, sondern sind Teil der Schadensminimierung und können auch für Anwohner betroffener Gebiete zu Entlastung und Sicherheit führen", plädiert Nagel für die Schaffung solcher Räume.


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