Böllerverbot am Jungfernstieg! Polizei verbietet Feuerwerk an Silvester

Hamburg - Das war's! In diesem Jahr wird es am Hamburger Jungfernstieg kein Feuerwerk an Silvester geben.

An Silvester war der Jungfernstieg ein beliebter Ort zum Abfeuern von Raketen.
An Silvester war der Jungfernstieg ein beliebter Ort zum Abfeuern von Raketen.  © Wolfgang Zabel/dpa

"Wir haben dort eine ziemlich problematische Entwicklung in den vergangenen Jahren", sagte Innensenator Andy Grote (SPD).

Durch den unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern und einer immer größeren Zahl an Menschen sei die Gefahr von Verletzungen gestiegen.

Bei aggressiven Reaktionen aus der Menge heraus sei auch die Situation für die Einsatzkräfte schwierig. Daher werde das Feuerwerk rund um die Binnenalster untersagt, Polizeibeamte sollen das Verbot durch Kontrollen umsetzen.

Ähnliche Verbote gibt es bereits in Städten wie Hannover und Lüneburg.

Im vergangenen Jahr seien 10.000 Menschen an die Binnenalster gekommen, sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer, darunter auch viele Familien mit Kindern.

"Natürlich spielt auch Alkohol eine Rolle. Es werden Raketen abgeschossen in einer Art und Weise, die nicht sicher ist", sagte Meyer.

Im vergangenen Jahr seien fünf Polizisten verletzt worden. Zudem sei ein siebenjähriges Kind im Gesicht verletzt worden, ein 16-Jähriger an der Hand. Insgesamt stellte die Polizei 41 Polenböller, zahlreiche Schreckschusspistolen, 15 Waffen und knapp 700 Schuss Munition sicher. "Und das ist nur das, was festgestellt wurde. Viele Dinge bleiben im Dunkeln", sagte Meyer.

Verbot von Feuerwerk auch in anderen Städten

Hamburgs Innensenator Andy Grote findet die Entwicklung am Jungfernstieg problematisch.
Hamburgs Innensenator Andy Grote findet die Entwicklung am Jungfernstieg problematisch.  © Regina Wank/dpa

Daher wolle die Polizei in diesem Jahr im Vorfeld reagieren. Grundlage ist eine Allgemeinverfügung nach dem Gefahrenabwehrgesetz.

In einer groß angelegten Informationskampagne will die Polizei über das Verbot informieren. Es gebe Plakate, Flyer in verschiedenen Sprachen und Informationen über das Fahrgastfernsehen des HVV.

"Das Verbot ist nichts Besonderes, das gibt es in vielen Städten", meinte Grote. Der Jungfernstieg habe sich in den vergangenen Jahren zu einem Kristallisationspunkt entwickelt, rund um die Alster und an den Landungsbrücken gebe es diese Probleme nicht.

Wie viele Beamte für die Überwachung des Verbots oder insgesamt in der Silvesternacht im Einsatz sind, wollte Meyer nicht sagen. "Alle Wachen sind voll besetzt."

Probleme durch das Verbot an anderen Stellen in der Stadt soll es nicht geben - auf der Reeperbahn gehe die Party erst später richtig los.

Dank eines massiven Einsatzes von Polizisten habe es dort in der Vergangenheit nur wenige Fälle von sexuellen Übergriffen gegeben.

In dem rotgefärbten Bereich ist das Zünden von Feuerwerk an Silvester verboten.
In dem rotgefärbten Bereich ist das Zünden von Feuerwerk an Silvester verboten.  © Polizei Hamburg

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