Flüchtling als Held? Darum ist der Fantasy-Kinofilm "Jupiter's Moon" ein Flop!

Berlin - An Absurdität nicht zu überbieten! Der ungarische Kinofilm "Jupiter's Moon" startet am 22. November in den deutschen Kinos und behandelt die Flüchtlingsthematik auf eine ganz eigene Art und Weise.

Dr. Gabor Stern (Merab Ninidze) scheffelt mit Aryan Dashnis (Zsombor Jeger) Fähigkeiten viel Geld.
Dr. Gabor Stern (Merab Ninidze) scheffelt mit Aryan Dashnis (Zsombor Jeger) Fähigkeiten viel Geld.  © PR/Proton Cinema/Match Factory Productions/KNM

Ist der Mond "Europa" als einer der 67 Jupiter-Monde die Wiege einer neuen Lebensform?

Durchaus möglich! Denn auf der Erde, genauer gesagt in einem ungarischen Nebelwald, werden syrische Flüchtlinge abgesetzt.

Sie rennen in Boote und wollen ans andere Ufer paddeln, werden aber von ungarischen Grenzsoldaten erwischt, die auf jeden schießen, der flüchtet.

Auch auf den Syrer Aryan Dashni (Zsombor Jeger), der nach kurzer Hatz von Kugeln eigentlich tödlich getroffen wird.

Doch er stirbt nicht. Im Gegenteil. Plötzlich schwebt er über der Erde, wird aber von den Grenzern geschnappt.

So gelangt er in die Obhut vom ungarischen Arzt Dr. Gabor Stern (Merab Ninidze), der dessen Fähigkeiten erst fassungslos gegenübersteht, dann aber die Chance wittert, Geld zu machen.

Aus Eigennutz schützt er Aryan und unterstützt ihn auf der Suche nach seinem auf der Flucht verschollenen Vater. Doch die beiden werden von mächtigen Leuten verfolgt...

Der syrische Flüchtling Aryan Dashni (Zsombor Jeger) kann fliegen!
Der syrische Flüchtling Aryan Dashni (Zsombor Jeger) kann fliegen!  © PR/Proton Cinema/Match Factory Productions/KNM

Die durchaus interessante Idee ist leider schlecht umgesetzt worden.

Denn der Film des mit 42 Awards ausgezeichneten Regisseurs Kornel Mundruczo (Underdog, Johanna, Schöne Tage) fällt negativ mit einer extrem sperrigen Inszenierung auf.

Die Zuschauer haben trotz des durchaus dynamischen Beginns überhaupt keine Möglichkeit, wirklich in den Film einzutauchen und mit den Figuren mitzufiebern, weil diese selbst für einen Fantasy-Film viel zu abstrakt sind.

Das liegt sowohl am eigenartigen Drehbuch, als auch an den merkwürdigen und mitunter rätselhaften Dialogen.

Deshalb wirken die Protagonisten wie in einer Drehbuch-Rohfassung, die noch einige Überarbeitungen gebraucht hätte.

Das wiederum hat zur Folge, dass ihre Motive nicht gut herausgearbeitet werden und ihre Handlungen somit an einigen Stellen nicht nachzuvollziehen sind.

Handwerklich macht der Film vieles richtig: Aryan Dashni (Zsombor Jeger) vor einer malerischen Stadtkulisse.
Handwerklich macht der Film vieles richtig: Aryan Dashni (Zsombor Jeger) vor einer malerischen Stadtkulisse.  © PR/Proton Cinema/Match Factory Productions/KNM

Daher bleiben die Zuschauer an der Oberfläche, weil zu keiner Zeit Nähe aufgebaut wird.

Das ist schade, weil der Film handwerklich durchaus gut gemacht ist.

Die Kameraführung ist zwar einige Male zu distanziert, erschafft aber immer wieder auch hochwertige cineastische Bilder der tristen, heruntergekommenen Locations, die viel Atmosphäre generieren.

Die Hoffnung scheint an diesen Orten schon lange verloren. Doch Aryan sorgt mit seiner zurückhaltenden, gutmütigen Art immer wieder für kleine Silberstreifen am Horizont.

Dazu kommen eine stimmige Musikuntermalung und schlau eingesetzte, weil günstig umzusetzende Spezialeffekte, die ebenso wie die Schauspieler durchaus überzeugen.

Zusammengenommen ist "Jupiter's Moon" zwar ein handwerklich gut gemachter Film, hat inhaltlich allerdings große Schwächen. Er hält den Zuschauer ungewollt auf Distanz, weil er zu abstrakt erzählt ist und es durch die sperrige Charakterdarstellung verpasst, das Publikum unterwegs mitzunehmen und bei der Stange zu halten. Das ist ärgerlich, weil die Ausgangsidee interessant ist.

Aryan Dashni (Zweiter von r., Zsombor Jeger) flüchtet durchs Wasser in einen Wald, um den ungarischen Grenzsoldaten zu entgehen.
Aryan Dashni (Zweiter von r., Zsombor Jeger) flüchtet durchs Wasser in einen Wald, um den ungarischen Grenzsoldaten zu entgehen.  © PR/Proton Cinema/Match Factory Productions/KNM

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