Vergewaltigung in Freiburg: Wusste die Justiz von der Gefährlichkeit des Täters?

Stuttgart - Im Fall der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg gerät nach der Polizei auch die Justiz in den Fokus parlamentarischer Nachforschungen.

Ist in die Kritik wegen nicht vollstreckter Haftbefehle: Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl.
Ist in die Kritik wegen nicht vollstreckter Haftbefehle: Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl.  © DPA

Die grün-schwarzen Regierungsfraktionen fordern laut "Südwest Presse" (Samstag) von Justizminister Guido Wolf (CDU) Informationen dazu, wie frühere Straftaten des mutmaßlichen Haupttäters verfolgt wurden.

Grünen-Rechtsexperte Jürgen Filius sagte dem Blatt: "War sich die Justiz der Gefährlichkeit des Intensivstraftäters bewusst angesichts der Serie an Straftaten? War bekannt, dass er eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt?"

CDU-Rechtsexperte Bernhard Lasotta sagte: "Wir wollen Transparenz in die Sache bringen."

Wolf soll laut Zeitung am 22. November im Ständigen Ausschuss des Landtags berichten - etwa dazu, wie viele und welche Taten der Verdächtigte bereits begangen hat und wie diese von der Justiz bearbeitet wurden.

Mitte Oktober soll eine 18 Jahre alte Studentin in Freiburg nach einem Discobesuch von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Gegen den Hauptbeschuldigten lag ein Haftbefehl vor, der aber zunächst nicht vollstreckt wurde. (TAG24 berichtete)

Das Industriegebiet Nord in Freiburg. Neben einem Disco-Areal geschah die Tat.
Das Industriegebiet Nord in Freiburg. Neben einem Disco-Areal geschah die Tat.  © DPA

Deshalb steht Innenminister Thomas Strobl (CDU) in der Kritik.

Strobl wurde vor allem von der Opposition des baden-württembergischen Landtags angegriffen.

So verlangte zum Beispiel FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke in Stuttgart Aufklärung dazu, warum der seit dem 10. Oktober vorliegende Haftbefehl gegen einen der Hauptverdächtigen der mutmaßlichen Gruppen-Vergewaltigung zunächst nicht vollzogen wurde. (TAG24 berichtete)

Auch SPD-Landtagsfraktionschef Sascha Binder sagte: "Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu erfahren, aus welchen Gründen der Haftbefehl tatsächlich nicht vollstreckt wurde."

Strobl müsse sich dazu in der nächsten Sitzung des Innenausschusses äußern.

Strobl hingegen weist jegliche Kritik an seiner Person oder am Vorgehen der Polizei zurück. (TAG24 berichtete)

Titelfoto: DPA

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