Drogen in Knast geschmuggelt! Wie wird das Gericht urteilen?

Heilbronn - Im Prozess gegen fünf Angeklagte wegen mutmaßlicher Bestechung eines Beamten in einem Heilbronner Gefängnis wird am Donnerstag (9 Uhr) das Urteil vor dem Landgericht erwartet.

Fünf Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten.
Fünf Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten.  © DPA

Die Angeklagten sollen Drogen und andere verbotene Gegenstände wie Handys in das Gefängnis geschmuggelt haben.

Dafür sollen sie unter anderem einen Beamten mit mindestens 3150 Euro bestochen haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen zwischen sieben und zehn Jahren für die vier Männer und eine Frau gefordert.

Die Verteidiger plädierten auf ein wesentlich geringeres Strafmaß - in einem Fall sogar auf einen Freispruch.

Nach Zeugenaussagen betrieben die Angeklagten im Alter zwischen 27 und 40 Jahren im Knast einen regen Handel mit Drogen, Medikamenten und Smartphones. Die 37 Jahre alte Angeklagte soll im Wesentlichen für die Beschaffung zuständig gewesen sein.

Der Beamte der Justizvollzugsanstalt (JVA) diente den Gefangenen als Kurier. Der Mann hatte seine Taten eingeräumt und war vom Landgericht Heilbronn wegen Bestechlichkeit sowie Beihilfe zum Handel mit Betäubungsmitteln Anfang März zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Aufgrund der Affäre hatte der Leiter der JVA im Oktober 2018 seinen Posten räumen müssen.

Hinter die Gefängnismauern sollen Drogen, Handys und andere verbotene Gegenstände geschmuggelt worden sein.
Hinter die Gefängnismauern sollen Drogen, Handys und andere verbotene Gegenstände geschmuggelt worden sein.  © DPA

Mehrjährige Haftstrafen für die Angeklagten

Vier Männer und eine Frau vor dem Landgericht Heilbronn zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Richter Frank Haberzettl zeigte sich am Donnerstag überzeugt, dass die zum Teil schwere Drogensucht das zentrale Motiv von drei Angeklagten gewesen sei, sich illegale Betäubungsmittel zu besorgen.

Zwei der fünf Angeklagten, eine 37-jährige Frau und ein 40-jähriger Mann, haben nach Überzeugung des Gerichts von außen für Nachschub gesorgt.

Richter Haberzettl kritisierte den Zustand der Justizvollzugsanstalt Heilbronn. Diese sei schlecht abgesichert, um einen solchen Schmuggel zu verhindern und verbotene Handytelefonate zu führen.

Das Strafmaß für die Angeklagten im Alter von 28 Jahren bis 40 Jahren bewegt sich zwischen fünf Jahren und drei Monaten sowie acht Jahren und neun Monaten.

Titelfoto: DPA

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