Großgefängnis Zwickau: Wieder Knast-Ärger mit Thüringen

Zwickau - Springt Thüringen beim geplanten gemeinsamen Großgefängnis in Zwickau-Marienthal ab? Zuletzt hatte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (62, Linke) mit entsprechenden Äußerungen für Alarm in Sachsen gesorgt.

Zumindest Erdarbeiten gibt es bereits. Wann aber der Knastbau beginnt, ist noch völlig unklar.
Zumindest Erdarbeiten gibt es bereits. Wann aber der Knastbau beginnt, ist noch völlig unklar.  © Peter Zschage

"Die neuerliche, wohl mehrjährige Verzögerung beim Bau der JVA Zwickau macht es notwendig, dass Thüringen Alternativen prüft. Diese Prüfung ist eingeleitet, aber noch nicht abgeschlossen", so ein Sprecher von Thüringens Justizminister Dieter Lauinger (55, Grüne).

Denn laut Thüringer Justizvollzugsgesetz sei die Unterbringung in Gemeinschaftszellen nur bis Ende 2024 zulässig. Es gebe also Handlungsbedarf. Es wäre der nächste Akt im Drama um den gemeinsamen Bau.

Wie berichtet, konnte für das Projekt kein Generalunternehmer gefunden werden. Ein neues Vergabeverfahren wird vorbereitet.

Es gibt nicht mal mehr einen Fertigstellungstermin. Ursprünglich war 2017 geplant. Die Kosten liegen mittlerweile bei 171,5 Millionen Euro.

Das Dresdner Finanzministerium bestätigte laufende Gespräche zwischen den beiden Bundesländern. Details wurden nicht genannt.

Update 17.28 Uhr: Das gemeinsame Gefängnis von Sachsen und Thüringen in Zwickau-Marienthal soll Ende 2023 fertig sein und anschließend in Betrieb gehen. Das teilte das Finanzministerium am Mittwoch in Dresden mit. Der Beginn der Bauarbeiten ist nun für das 2. Quartal 2019 vorgesehen. Wie berichtet, konnte für den Bau kein Generalunternehmer gefunden werden. Dies hatte das Projekt deutlich verzögert.

Nun wird die Vergabe über Teillose geregelt. Ursprünglich sollte der Knast mal 2017 fertig werden. Und auch die Kosten steigen weiter! Jetzt wird von 174 Millionen Euro ausgegangen - dies liege am größeren Aufwand bei der Freimachung des Baufeldes. Zuletzt war von 171,5 Mio. Euro die Rede. Es ist das derzeit größte Vorhaben der staatlichen Bauverwaltung in Sachsen.

Titelfoto: Peter Zschage

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