Obdachlosenhilfe im Eilverfahren: Leipzigs Kältebus soll im Februar starten

Leipzig - Die Verbesserungsmaßnahmen der Leipziger Verwaltung für die Obdachlosenhilfe nehmen Form an. Erst im Dezember beschlossen, konnten bereits während der Sitzung vergangenen Mittwoch erste Ergebnisse vorgelegt werden. Neben dem Kältebus wurden auch Themen wie eine Unterkunft für Menschen mit Hund sowie die Aufstockung der Streetworker-Stellen angesprochen.

Über einen Kältebus wie hier in München soll ab 15. Februar auch die Leipziger Stadtverwaltung verfügen.
Über einen Kältebus wie hier in München soll ab 15. Februar auch die Leipziger Stadtverwaltung verfügen.  © DPA

Letzteres könne laut dem Dezernat für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule aufgrund bestehender Fristen ab dem 1. April erfolgen. Die Zahl der Streetworker soll dann von drei oder vier auf fünf erhöht werden.

Die Linke sowie Bündnis 90/Die Grünen hatten gemeinsam eine Anfrage in den Stadtrat eingebracht, um sich über den aktuellen Stand der Verbesserungsmaßnahmen zu erkundigen, die im Dezember beschlossen worden (TAG24 berichtete).

Die Beantwortung übernahm dabei Sozial-Bürgermeister Thomas Fabian (63, SPD), wobei sich die Mehrheit der Fragen und Antworten auf den angekündigten Kältebus konzentrierte.

Wie Fabian erklärte, hat die Stadt Mitte Januar das Interessenbekundungsverfahren eingeleitet. "Der Zuschlag wird bis Ende Januar 2019 an einen freien Träger erteilt. Ziel ist, den Hilfebus ab 15.02.2019 einzusetzen."

Der Bus soll Schwerpunktgebiete wie den Hauptbahnhof anfahren und dort Standzeiten haben. Darüber hinaus könne auf Hinweise aus der Bevölkerung zu obdachlosen Personen flexibel reagiert werden.

Leipziger Obdachlosenhilfe: "Das Sozialamt hat bisher immer einen Weg gefunden"

Folgende Leistungen hat die Stadt für den Kältebus vorgesehen:

  • Bereitstellung von Informationen (z.B. Wegbeschreibungen) über bestehende Übernachtungshäuser und Tagestreffs
  • Beratung der Nutzerinnen und Nutzer des Hilfebusses, diese Angebote aufzusuchen
  • Ausgabe von LVB-Fahrkarten, wenn eine obdachlose Person nachweislich über keine eigenen Mittel verfügt, um eine Notunterkunft erreichen zu können
  • Transport obdachloser Personen in Notunterkünfte, wenn diese nicht selbständig erreicht werden können
  • Ausgabe von Schlafsäcken und Notfallrucksäcken, wenn das Aufsuchen von Notunterkünften verweigert wird
  • Ausgabe heißer Getränke
  • In Krisensituationen, Einbeziehung des Rettungsdienstes und gegebenenfalls der Polizei
  • Ausrüstung mit Verbandsmaterial zur medizinischen Notversorgung

Darüber hinaus erklärte Bürgermeister Fabian, dass die Stadt bis zum 1. März zwei weitere Wohnungen einrichten möchte, um diese obdachlosen Paaren zur Übernachtung bereit zu stellen. Zwei möblierte Wohnungen würden bereits zur Verfügung stehen. "In dieser Winterperiode haben sich allerdings noch keine Paare an das Sozialamt gewandt, um notuntergebracht zu werden", so Fabian.

Ebenfalls ab dem 1. März in Kraft treten sollen neue Öffnungszeiten für das Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen.

"Zuvor müssen Arbeitsverträge vorhandener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweitert werden, die jetzt in Teilzeit tätig sind."

Das Sozialamt suche derzeit zudem nach einem geeigneten Standort, um eine weitere Notschlafstelle für obdachlose Menschen mit Hund einzurichten. Aktuell sollen diese im Übernachtungshaus für wohnungslose Männer an der Rückmarsdorfer Straße untergebracht werden. Wann das Angebot zur Verfügung stehen soll, könne derzeit noch nicht gesagt werden.

Linken-Stadträtin Dr. Ilse Lauter wollte während der Sitzung noch erfahren, wie die Stadtverwaltung den zahlreichen Wohnungslosen in Leipzig angesichts der vorhergesagten Kältewelle helfen werde. "Das Sozialamt hat bisher immer einen Weg gefunden. Das ist schließlich nicht der erste kalte Winter", erklärte Fabian darauf. "Ich denke, das Tempo, mit dem wir diese Maßnahmen aktuell umsetzen, zeigt, wie ernst uns die Angelegenheit ist."

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