Mega-Zoff ums Schälchen Heeßen im Büro von OB Hilbert

In seinem Büro sollte eigentlich ein Fair-Trade-Flair herrschen: OB Dirk Hilbert (45, FDP).
In seinem Büro sollte eigentlich ein Fair-Trade-Flair herrschen: OB Dirk Hilbert (45, FDP).  © Steffen Füssel

Dresden - Ohne Kaffee kann der Sachse nicht kämpfen. War schon immer so und gilt bis heute auch in den Amtsstuben. Und so gehört ein Schälchen Heeßer auch im Rathaus zu den guten Gepflogenheiten.

Wenn da nicht der Zoff um den Kaffee-Hersteller wäre. Denn darum ist nun ein wirklich heißer Streit entbrannt.

Eigentlich soll Dresden am 11. Mai als „Fairtrade-Stadt“ geehrt werden. Doch momentan scheint die Auszeichnung ausgerechnet am Kaffee im OB-Büro zu scheitern.

Im August hatte der Stadtrat auf Antrag der Grünen beschlossen, dass im Rathaus wann immer möglich regionale Waren aus fairem Handel ausgereicht werden. Zudem musste sich der OB um den Titel Fairtrade-Stadt bewerben.

Doch dafür müssen auch im Büro von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (45, FDP) mehrere fair gehandelte Produkte angeboten werden.

Was kommt im Rathaus denn nun wirklich in die Tasse?
Was kommt im Rathaus denn nun wirklich in die Tasse?  © Eric Münch

„Milch beziehen wir von Podemus, es handelt sich um so genannte faire Milch. Zucker werden wir ebenso in Podemus erwerben. Wasser gibt es aus dem Drewag-Wasserspender. Bei Bedarf haben wir Teebeutel mit Fair-Trade-Siegel vorrätig“, erläutert Rathaus-Sprecher Karl Schuricht (57) die Bemühungen der Stadt. Doch ohne fairen Kaffee kein Siegel.

„Es ist bedauerlich, dass die Initiative gegenwärtig daran zu scheitern droht, dass sich das OB-Büro dem Thema nur halbherzig annimmt“, ärgert sich Michael Schmelich (62, Grüne).

Die Stadt hat eine einleuchtende Erklärung: „Wir haben uns bislang für den Bezug des Kaffees aus der Dresdner Rösterei Kaffanero entschieden“, so Schuricht weiter. Die engagiert sich gegen Drogenanbau, indem auf ehemaligen Opiumplantagen Kaffee angebaut wird, handelt fair, verzichtet aber auf ein teures Siegel.

Um Fairtrade-Stadt zu werden, müsste das OB-Büro also einen ausgezeichneten Kaffee-Partner zum Beispiel gegen Fair-Trade-Kaffee eines Discounters tauschen. Die Verhandlungen dazu laufen noch ...


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