Mega-Eklat bei Schweizer Torjubel nach Sieg gegen Serbien!

Von Ivan Simovic

Kaliningrad - In letzter Minute schafften die Schweizer den ersten Sieg bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft. Gegen Serbien gewann die Truppe von Trainer Vladimir Petkovic mit 2:1 (0:1).

Für die Schweizer traf Granit Xhaka (25) zum zwischenzeitlichen 1:1 (52.).
Für die Schweizer traf Granit Xhaka (25) zum zwischenzeitlichen 1:1 (52.).  © Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa

Granit Xhaka (25) und Xherdan Shaqiri (26) haben die Schweiz Richtung WM-Achtelfinale geschossen, doch ihr provozierender Jubel entfacht eine große Diskussionen.

Nach der frühen serbischen Führung durch Aleksandar Mitrovic (5. Minute) drehten Xhaka (52.) und Shaqiri (90.) am Freitag im russischen Kaliningrad die mitreißende und brisante Partie noch zugunsten der Eidgenossen (TAG24 berichtete).

Beide Schweizer Torschützen haben kosovarische Wurzeln und formten nach ihren Treffern mit den Händen den doppelköpfigen Adler - ein Adler ziert auch die Flagge Albaniens. Wieso jubeln zwei Fußball-Nationalspieler, die für die Schweiz auflaufen, "kosovo-albanisch"? Diese Aktion schmeckte vielen Fans nicht.

"Es ging hier nicht um Politik, sondern um Fußball", versicherte Xherdan Shaqiri, der beim englischen Zweitligisten Stoke City unter Vertrag steht, nach dem Spiel in einem Interview. "Im Fußball sind immer Emotionen. Ihr habt ja gesehen, was ich gemacht habe. Da ist nicht mehr dabei. Ich war einfach froh, dass ich so ein wichtiges Tor geschossen habe." Dennoch stellt sich die Frage, ob die beiden ihre künftigen Treffer ebenfalls mit einer albanischen Geste bejubeln werden - wohl kaum.

Xherdan Shaqiri (26) formte nach seinem Treffer mit den Händen den doppelköpfigen Adler, der auf der Flagge Albaniens zu sehen ist.
Xherdan Shaqiri (26) formte nach seinem Treffer mit den Händen den doppelköpfigen Adler, der auf der Flagge Albaniens zu sehen ist.  © Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa

Eine unnötige Aktion, welche nicht nur bei den Serben auf Unverständnis stößt.

Selbst Vladimir Petkovic, Trainer der schweizerischen Fußball-Nationalmannschaft, konnte seinen Unmut nicht verbergen:

"Man soll den Sport und die Politik nicht vermischen. Der ganze Verband, das ganze Land vertritt schon seit Jahren die Meinung, dass wir das nicht brauchen", kommentierte der 54-Jährige die überflüssige Aktion seiner Spieler.

Auch Granit Xhaka versuchte, das brisante Thema herunterzuspielen. "Für mich war es ein ganz spezielles Spiel", sagte der ehemalige Profi von Borussia Mönchengladbach.

"Tausende Leute, Familie aus der Schweiz, aus Albanien, aus dem Kosovo haben zugesehen. Dieser Sieg war für meine Familie, die mich immer unterstützt. Der Jubel war keine Message an den Gegner. Das waren Emotionen pur", ergänzte der 25-Jährige vom englischen Topklub FC Arsenal London.

Trotz der Niederlage kann auch Serbien in der Gruppe E das Achtelfinale noch aus eigener Kraft erreichen. Dazu muss die Mannschaft von Mladen Krstajic (44) allerdings Brasilien am Mittwoch (20 Uhr MESZ/ZDF) bezwingen.


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