NRW-AfD wählt Rüdiger Lucassen zum neuen Chef

Kalkar/NRW – Der 68-jährige Bundestagsabgeordnete Rüdiger Lucassen ist bei einem außerordentlichen Landesparteitag im niederrheinischen Kalkar zum neuen Chef der NRW-AfD gewählt worden.

Rüdiger Lucassen (68) wurde am Samstag zum neuen Chef der NRW-AfD gewählt.
Rüdiger Lucassen (68) wurde am Samstag zum neuen Chef der NRW-AfD gewählt.  © Henning Kaiser/dpa

Der ehemalige Bundeswehroberst erhielt am Samstag nach Parteiangaben 321 von insgesamt 540 Delegiertenstimmen.

Der bisherige Parteichef Thomas Röckemann unterlag mit 215 Stimmen. Der dritte Kandidat, Andreas Preis, erhielt nur zwei Stimmen.

Das Ergebnis gilt als Erfolg des vergleichsweise gemäßigteren Lagers der NRW-AfD, die seit Monaten einen erbitterten Richtungsstreit ausgefochten hat.

Bei einem Parteitag im Juli waren infolge des Richtungsstreits neun von zwölf Vorstandsmitgliedern zurückgetreten (TAG24 berichtete).

Landesparteichef Thomas Röckemann machte gleich zu Beginn des Parteitags den Weg frei für eine komplette Neuwahl des gesamten Landesvorstands. Er kündigte an, dass das seit drei Monaten allein amtierende Restvorstandstrio seine Ämter wieder zur Abstimmung stellt.

Weidel fordert Ende interner Lagerkämpfe

Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel (40) spricht beim Landesparteitag in NRW.
Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel (40) spricht beim Landesparteitag in NRW.  © Henning Kaiser/dpa

AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel hat den tief zerstrittenen Landesverband Nordrhein-Westfalen aufgefordert, wieder zusammenzufinden.

"Damit die Zusammenarbeit wieder funktioniert, ist ein Neustart nötig", sagte Weidel am Samstag bei einem außerordentlichen Landesparteitag der NRW-AfD in Kalkar.

Weidel mahnte, NRW habe ein hohe Verantwortung. "Hier wird über unseren Erfolg bei der Bundestagswahl entschieden", sagte sie. Daher müsse jetzt ein Schnitt gesetzt werden, um neu anzufangen.

Bei der Landtagswahl 2017 hatte die AfD in NRW knapp 7,4 Prozent der Zweitstimmen geholt.

Vor dem Kongresszentrum demonstrierten vor allem junge Aktivisten der Bewegung "Fridays for Future" gegen die Klimapolitik der AfD. Nach Angaben der Polizei protestierten vor Beginn des Parteitags insgesamt rund 150 Menschen gegen die AfD.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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