Die AfD wählt ihre Führung: Bleibt Martin Renner an der Spitze?

Martin Renner (63) glaubt an seine Wiederwahl.
Martin Renner (63) glaubt an seine Wiederwahl.  © DPA

Kalkar - Die nordrhein-westfälische AfD wählt am Wochenende eine neue Spitze. Von Samstag an (11.00 Uhr) treffen sich die Delegierten in Kalkar am Niederrhein zum Landesparteitag.

Der derzeitige Vorsitzende des mit gut 4500 Mitgliedern stärksten AfD-Landesverbands, Martin Renner, will nach eigenen Angaben erneut kandidieren und rechnet mit seiner Wiederwahl. Der 63 Jahre alte Bundestagsabgeordnete ist alleiniger Landesparteichef, nachdem der Co-Vorsitzende Marcus Pretzell die AfD im September verlassen hatte.

Im Vorfeld hatte sich Renner, der dem rechten Flügel zugeordnet wird, für ein Trio an der Spitze ausgesprochen. Letztlich müsse aber der Parteitag darüber entscheiden. Auf der Tagesordnung der zweitägigen Veranstaltung steht die Wahl des gesamten Vorstands. Neben Pretzell hatten auch weitere Vorstandsmitglieder der AfD den Rücken gekehrt.

Bei der Polizei sind keine Demonstrationen gegen den Parteitag angemeldet. "Trotzdem halten wir natürlich Kräfte bereit", sagte ein Sprecher.

Ursprünglich war der Landesparteitag bereits für Mitte Oktober in Wiehl geplant gewesen. Die AfD verschob ihn aber kurzfristig wegen Sicherheitsbedenken.

Update, 17.20 Uhr: Der Vorsitzende der AfD in Nordrhein-Westfalen, Martin Renner, hat die zerstrittene Partei zur Einigkeit aufgerufen. "Stehen wir heute zum Zeitpunkt des Triumphes eigentlich zusammen in der AfD?

Ich glaube, nicht ohne Wenn und Aber", sagte der 63-Jährige bei einem AfD-Landesparteitag am Samstag im niederrheinischen Kalkar. Es gebe nach wie vor "eine ungebrochene Kraft an Destruktion aus den eigenen Reihen", beklagte Renner in seinem Rechenschaftsbericht.

"Durchstechereien, versteckte Anfeindungen und gezielte Denunziationen in ihrer Massivität nehmen immer weiter zu, obwohl wir doch jetzt auf dem Weg zum richtigen Ziel und richtigen Einfluss sind", sagte der Bundestagsabgeordnete.

"Die größte Gefahr für die AfD als politische Kraft der Erneuerung in unserem Land ist ihr grandioser Erfolg." Denn dieser führe dazu, dass "politische Abenteurer, Blender, Egomanen, Füßescharrer" die AfD als Vehikel für ihren persönlichen Erfolg nutzen wollten.

Die AfD will bei ihrem zweitägigen Parteitag einen neuen Landesvorstand wählen. Renner hatte im Vorfeld angekündigt, erneut als Vorsitzender kandidieren zu wollen.

Update, 19 Uhr: Der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Röckemann ist einer der beiden neuen Vorsitzenden der Landespartei. Die Delegierten wählten ihn auf ihrem Landesparteitag am Samstag im niederrheinischen Kalkar mit knapp 53 Prozent der Stimmen.

Der 52 Jahre alte Rechtsanwalt aus Minden hatte als Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Mai gegen Marcus Pretzell den Kürzeren gezogen, der inzwischen aus der AfD ausgetreten ist. Der Landesverband soll von einem Duo geführt werden. Neben Röckemann wollte der Parteitag am Samstag noch einen gleichberechtigten weiteren Vorstandssprecher wählen.

Der bisherige AfD-Landesvorsitzende Martin Renner trat entgegen seiner vorherigen Ankündigung nicht zur Wiederwahl an. Er wolle nicht mehr zu den Strippenziehern gehören, sagte er zur Begründung.

Titelfoto: DPA


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