Hier könnt Ihr auf Kamelen durch Sachsen reiten

Ich glaub’, mich knutscht ein Kamel! Höckertier Kim (12) begrüßt TAG24-Reporter Hermann Tydecks (32) äußerst körpernah und zärtlich.
Ich glaub’, mich knutscht ein Kamel! Höckertier Kim (12) begrüßt TAG24-Reporter Hermann Tydecks (32) äußerst körpernah und zärtlich.  © Eric Münch

Zittau - Sylvie Krystufek (46) ist Sachsens Kamel-Flüsterin: Die Tierpflegemeisterin hält sich in Zittau drei der Wüstenschiffe, bietet Führungen und sogar Ausritte an.

Neugierig kommt Kim auf mich, den TAG24-Reporter, zu. Ich habe sofort Respekt vor der zwölfjährigen Stute: Mit 2,30 Meter Höcker-Höhe überragt sie mich, wiegt mit 800 Kilo so viel wie ein Kleinwagen. Sie kommt immer näher. Bis ich Kims warme Schnauze spüre. Auf meiner Nase. „Kim begrüßt Sie damit“, sagt Sylvie. „Pusten Sie ruhig zurück!“ Ich blase Luft zurück - und fühle mich gleich ganz dicke mit Kim.

Nasale Grüße tausche ich auch mit Wallach Mücke (8) und Fohlen Murun (1) aus. Ihre drei Trampeltiere, die zur Familie der Kamele gehören, hat Sylvie im Tierpark Zittau untergebracht, wo die Seifhennersdorfer Tierpflegemeisterin auch arbeitet. Hier bietet sie für Schulklassen und Interessierte „Kamelschnuppern“ an, erklärt, wie die Tiere ticken. Und lädt ein zur Karawanen-Wanderung im nahen Auenwald im Dreiländereck. Mit Blick aufs Zittauer Gebirge.

Die Expertin legt Kissen und Sattel auf Kims knochigen Rücken. Über einen Baumstamm steige ich auf. Sylvie führt Kim am Halfter. Zwischen den Höckern sitze ich höher als auf einem Pferd, ziehe den Kopf ein, will nicht im Blätterwerk hängen bleiben. Der Ritt ist angenehm, nicht holprig. Ein wenig schaukle ich nach rechts und links. „Darum heißen sie Wüstenschiffe“, sagt Sylvie. Seekrank werde ich aber nicht.

Verrückt! Hermann Tydecks geht in Zittau auf Kamelsafari - und hat Spaß 
dabei.
Verrückt! Hermann Tydecks geht in Zittau auf Kamelsafari - und hat Spaß dabei.  © Eric Münch

Nahe einer Straße warten wir eine Weile. Plötzlich kracht es laut, Kims Rücken bebt für einen Wimpernschlag, Adrenalin schießt durch meinen Körper, ich halte mich am Höcker fest.

„Kim hat auf den Boden gestampft. Darum heißen sie auch Trampeltiere. Ihr passt etwas nicht“, erklärt mir Sylvie. Kamele sind souveräne und ruhige Tiere, doch können sie auch eigensinnig und sehr stur sein. Die Pflanzenfresser können sogar spucken, beißen, treten. Ich habe Glück: Dreimal stampft Kim noch, dann reiten wir weiter. Vielleicht war ihr einfach langweilig.

Zurück im Gehege. „Down, down“, sagt Sylvie einfühlsam. Kim vertraut ihr, setzt sich, ich steige ab - eine tolle Erfahrung! 2006 kaufte Sylvie die Stute nach ihrer Geburt im Dresdner Zoo. „Kamele sind mein Leben, faszinieren mich, darum halte ich sie auch privat“, sagt sie.

Zukünftig will sie auch Trainings für (gestresste) Chefs anbieten. Sylvie: „Wer das Vertrauen eines Kamels gewinnt, kommt auch gut mit seinen Mitarbeitern klar ...“

Im Tierpark von Zittau leben die Kamele, mit denen Tierpflegerin Sylvie 
Krystufek (46) sogar Ausritte anbietet.
Im Tierpark von Zittau leben die Kamele, mit denen Tierpflegerin Sylvie Krystufek (46) sogar Ausritte anbietet.  © Eric Münch

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