Brandanschlag auf seine Ex und ihre Familie: "Rächer" wandert in den Knast

Kamenz/Bautzen - Aus Wut darüber, dass ihn seine Ex-Freundin nicht zurücknahm, zündelte Ken S. (28) an der Wohnungstür der Frau in Kamenz. In der Wohnung waren - und das wusste der Arbeitslose - seine Ex, ihr Vater und die beiden Kinder (10 Jahre und zehn Monate alt)!

Ken S. (28) tat seine Aktion zwar sehr leid. Wegen schwerer Brandstiftung wurde er dennoch verurteilt.
Ken S. (28) tat seine Aktion zwar sehr leid. Wegen schwerer Brandstiftung wurde er dennoch verurteilt.  © Ove Landgraf

Nur weil Opa Axel (57) geistesgegenwärtig eingriff, passierte den Kleinen nichts. Ken kassierte für diese irre Racheaktion am Dienstag im Amtsgericht Bautzen zwei Jahre und sechs Monate Knast.

Weil er sein Drogenproblem nicht in den Griff bekam und handgreiflich wurde, warf Janine (31) den mehrfach Vorbestraften aus der Wohnung.

"Ich wollte sie umstimmen", erklärte Ken, warum er im März wieder da war. Während Janine und Ken auf dem Balkon diskutierten, kümmerte sich Opa Axel um die Enkel.

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Weil Janine sich nicht erweichen ließ, holte Ken aus dem Keller Universalverdünner, kippte ihn an die Tür, zündete alles mit dem Feuerzeug an und ging. "Es sollte nur eine kleine Flamme zum Angstmachen sein."

Doch die Flammen schlugen sofort durch die Tür. "Es stank und qualmte", so Opa Axel, der die Kinder auf den Balkon brachte, sich mit Decken "gegen das Feuer warf" und so alles löschte.

"Ich hatte totale Panik. Wir waren doch im vierten Stock!“, so der Mann, der mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus kam. Die Feuerwehr lüftete die Gänge, rettete Mutter und Kinder. Wie knapp das alles war, bestätigte der Ermittler: "Bei dem Qualm können drei bis vier Atemzüge schon bei Erwachsenen tödlich sein ..."

Richter Dirk Hertle fand harte Wort für den Zündler: "Ihre Strafaktion hätte leicht tödlich enden können! Wenn der Vater nicht in der Wohnung gewesen wäre, hätte es Tote gegeben."

So berichtete die Morgenpost im März über den dramatischen Brand in Kamenz.
So berichtete die Morgenpost im März über den dramatischen Brand in Kamenz.  © Archiv

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