Verfahren gegen "Bürgerwehr" wegen geringer Schuld eingestellt!

Der Prozess in Kamenz wurde bereits nach knapp drei Stunden wieder eingestellt.
Der Prozess in Kamenz wurde bereits nach knapp drei Stunden wieder eingestellt.  © Ove Landgraf

Kamenz - Das Verfahren gegen die vier Angeklagten der sogenannten "Bürgerwehr" ist bereits kurz nach dem Prozessauftakt am Montag in Kamenz wieder eingestellt worden.

Der Richter befand, dass die Männer im Alter von 29 bis 56 Jahren nur eine geringe Schuld trifft. Zudem waren alle nicht vorbestraft. Nach einem Rechtsgespräch wurde der Prozess beendet. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse.

Auch für Martina Angermann (SPD/Bürgerforum), Bürgermeisterin von Arnsdorf, kam das schnelle Prozessende "überraschend", wie sie sagte.

Zuvor war den Angeklagten von der Staatsanwaltschaft Freiheitsberaubung vorgeworfen worden.

Sie sollen im Mai 2016 einen 21-jährigen Iraker nach einer Auseinandersetzung in einem Supermarkt in Arnsdorf aus dem Laden gezerrt und mit Kabelbindern an einen Baum gefesselt haben.

Bereits im Vorfeld wiesen sie die Schuld von sich und behaupteten, dass der Iraker die Kassiererin des Supermarktes bedroht habe.

Der Mann sollte im Prozess eigentlich als Zeuge aussagen, wurde aber in der vergangenen Woche tot im Tharandter Wald aufgefunden. Laut Obduktionsergebnis starb er bereits im Januar an Unterkühlung.

Titelfoto: Ove Landgraf