SPD-Kampfkandidatur: Stoch tritt gegen Castellucci an!

Stuttgart - Im Kampf um den Vorsitz der Südwest-SPD gibt es eine Kampfkandidatur zwischen Landtagsfraktionschef Andreas Stoch und dem Bundestagsabgeordneten Lars Castellucci.

Die beiden Kandidaten um den SPD-Vorsitz sind Andreas Stoch (links im Bild) und Lars Castellucci. (Fotomontage)
Die beiden Kandidaten um den SPD-Vorsitz sind Andreas Stoch (links im Bild) und Lars Castellucci. (Fotomontage)  © DPA

Stoch sagte am Donnerstag in Stuttgart, er habe sich nach langen Überlegungen und vielen Gesprächen dazu entschlossen, am Samstag in Sindelfingen anzutreten. Landeschefin Leni Breymaier hatte ihren Rückzug angekündigt, weil sie ihren Vorsprung in einem Mitgliedervotum über den Landesvorsitz von 39 Stimmen für zu gering hält. Trotz seiner Niederlage in dem Basisvotum will Castellucci für den Chefsessel antreten. Das bekräftigte er noch einmal am Donnerstag.

Stoch begründete seine Kandidatur mit der schwierigen Lage der baden-württembergischen SPD. Er wolle der Partei einen Neuanfang ermöglichen, die in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren aufgetretenen Gräben überbrücken und die SPD wieder einen.

Stoch betonte, er verstehe sich nicht als Kandidat einer bestimmten Parteiströmung. "Ich möchte alle mitnehmen bei dem Prozess, der uns jetzt bevorsteht", sagte der Heidenheimer. "Wir können als SPD den Weg der Selbstbeschäftigung und des Streits nicht weitergehen." Die SPD müsse schnell dazu kommen, politische Arbeit für die Menschen im Land zu leisten. Stoch erinnerte daran, dass im nächsten Jahr Kommunal- und Europawahlen anstehen - 2021 ist dann die Landtagswahl.

Andreas Stoch kündigte auf einer Pressekonferenz an, dass er zur Wahl antreten wird.
Andreas Stoch kündigte auf einer Pressekonferenz an, dass er zur Wahl antreten wird.

Castellucci beteuerte mehrfach, auch er wolle die Partei zusammenführen. Er habe im Basisvotum deutlich besser abgeschnitten als von vielen erwartet, rechtfertigte er seine Kandidatur.

An der Mitgliederbefragung hatten sich rund 53 Prozent der etwa 36 000 SPD-Mitglieder beteiligt. Castellucci kam dabei auf 9137 Stimmen.

Stoch war in der grün-roten Landesregierung Kultusminister. Die SPD ist in Baden-Württemberg seit 2016 in der Opposition - seitdem ist Stoch Chef der SPD-Abgeordneten im Landtag. Sein Innenexperte Sascha Binder hat bereits eine Kandidatur für das Amt des Generalsekretärs angekündigt. Amtsinhaberin Luisa Boos tritt nicht wieder an.

Die SPD ist im Südwesten in einer schwierigen Situation: In einer Umfrage vom September kam sie nur noch auf elf Prozent. Bei der Landtagswahl 2016 hatte sie mit 12,7 Prozent einen Tiefschlag erlitten. Im Landtag ist sie noch mit 19 Abgeordneten vertreten.


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