Neue Studie: Sind rotes Fleisch und Milch doch gesund?

Von Caroline Staude und Björn Strauss

Hamilton - Achtung! Veganer und Vegetarier jetzt bitte alle mal "weglesen"! Denn: Was bisher als ungesund galt, ist jetzt offenbar doch wieder gesund. Eine neue Ernährungsstudie legt uns den Konsum von rotem Fleisch und Milchprodukten sogar nahe!

Für die Pure-Studie wurden gut 138.500 Probanden aus 21 Ländern im Durchschnitt 7,4 Jahre begleitet.
Für die Pure-Studie wurden gut 138.500 Probanden aus 21 Ländern im Durchschnitt 7,4 Jahre begleitet.  © DPA

Beide tierischen Produkte sollen nun doch besser sein als ihr Ruf. Bisher wurde immer gepredigt, weder Milchprodukte noch rotes Fleisch, zum Beispiel vom Rind oder Lamm, sollten zu oft auf dem Speiseplan stehen. Die bislang größte internationale Studie zum Thema Ernährung sagt uns nun aber genau das Gegenteil.

Ja was denn nun? Viel Milch trinken, viel Rindfleisch essen? Oder lieber gar nichts davon? In der so genannten „Pure“-Studie stellt der kanadische Forscher Andrew Mente vom >> Population Health Research Institute in Hamilton fest, dass sowohl rotes Fleisch als auch sämtliche Milchprodukte ein besonders wichtiger Teil des Speiseplans und besonders wichtig für ein gesundes Herz sind.

Die Ergebnisse seiner Studie stelle Mente auf dem Europäischen Kardiologenkongress in München seinen Kollegen vor. Seine Schlussfolgerungen basieren auf einem Punktesystem, mit dem er und sein Team die Ernährung der Studienteilnehmer bewerteten.

Für die >> Pure-Studie wurden gut 138.500 Probanden aus 21 Ländern im Durchschnitt 7,4 Jahre begleitet. 35 Punkte waren die Höchstpunktzahl und galt als Bestwert. Eine Person, die diesen Wert erreichte, hat die besten Voraussetzungen für ein langes und vor allem gesundes Leben dank der richtigen Ernährung. Je höher die Punktezahl, desto geringer die Wahrscheinlichkeit früh zu sterben!

Laut der „Pure“-Studie sollten alle pro Tag nicht mehr als 54 Prozent Kohlenhydrate zu uns nehmen.
Laut der „Pure“-Studie sollten alle pro Tag nicht mehr als 54 Prozent Kohlenhydrate zu uns nehmen.  © DPA

Doch warum kommt der Forscher nun zu dem Schluss, dass rotes Fleisch und Milchprodukte doch gesundheitsfördernd sind und weniger schädlich, als gedacht? Und dass, obwohl viele Mediziner seit Jahren vor übermäßigem Konsum dieser Lebensmittel warnen…

Mente sieht die derzeit geltenden Ernährungsempfehlungen als veraltet an, denn sie würden zu großen Teilen auf alten Studien basieren, die zudem nur in den Industriestaaten realisiert wurden. Bei „Pure“ dagegen untersuchte man auch Länder, in denen es an bestimmten Lebensmitteln mangelt. Es wurden unter anderem Daten in Staaten des Mittleren Ostens, Südasien und Afrika gesammelt.

"Wir sollten uns von der Fettrestriktion lösen“, sagte der Wissenschaftler beim Kardiologenkongress laut der „Ärztezeitung“. Er rate besonders von fettreduzierten Produkten ab. Menschen, die besonders viele Kohlenhydrate zu sich nehmen, sollten den Konsum reduzieren, so Mente.

Laut der „Pure“-Studie sollten wir alle pro Tag nicht mehr als 54 Prozent Kohlenhydrate zu uns nehmen. 28 Prozent Fett und 18 Prozent Proteine sollten uns unsere Lebensmittel liefern. Zweimal in der Woche sollte Fisch auf dem Speiseplan stehen, täglich dagegen 1,5 Portionen rotes Fleisch, drei Portionen Milchprodukte, dazu Nüsse und Hülsenfrüchte und insgesamt acht Portionen Obst und Gemüse. So bleibt das Herz - angeblich - lange gesund.

Es gibt natürlich auch kritische Stimmen zu den Ergebnissen des kanadischen Forschers. Man könne schließlich keine generelle Ernährungsempfehlung für alle Menschen herausgeben. Die optimale Ernährung sei von der jeweiligen Person abhängig und von Land zu Land unterschiedlich.

Egal! Wer jetzt also beherzt in ein frisch gebratenes Rindersteak beißen möchte: Guten Appetit!

Milch sei doch nicht so ungesund.
Milch sei doch nicht so ungesund.  © DPA

Mehr zum Thema Gesundheit:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0