19-Jährige joggt an Küste entlang, plötzlich wird sie festgenommen

White Rock Beach - Für eine 19-Jährige Französin endete eine Joggingtour an der kanadischen Küste anders als erwartet. Weil sie unwissend die Grenze zur USA überquerte, wurde sie festgenommen.

Die junge Frau joggte an einem Strand in der Nähe von Vancouver und dachte sich nichts Böses.(Symbolbild)
Die junge Frau joggte an einem Strand in der Nähe von Vancouver und dachte sich nichts Böses.(Symbolbild)  © 123RF

Cedella Roman war zu Besuch bei ihrer Mutter, als sie sich eines Abends im Mai dazu entschloss, am White Rock Beach eine Stunde südlich von Vancouver joggen zu gehen. Als die Flut kam, habe sie den Strand verlassen, um ein paar Meter weiter einen kleinen Pfad zu nehmen, erzählt die junge Frau im Gespräch mit "Radio Canada".

Wenig später sei sie von zwei US-Grenzbeamten aufgehalten worden. "Einer sagte mir, dass ich die Grenze illegal überquert habe, und ich sagte ihm, dass ich es wirklich nicht mit Absicht getan habe", erinnert sich Ramon, die den Ernst der Lage nicht sofort erkannte.

"Ich dachte, dass ich vielleicht eine Geldstrafe bekomme, sie mich zurück nach Kanada schicken oder eine Verwarnung aussprechen." Doch es kam anders. Die Offiziere erklärten ihr, dass sie sie nicht gehen lassen könnten, da sie von Überwachungskameras gefilmt worden sei. Zudem hatte Roman keine Ausweisdokumente dabei.

Cedella Roman wurde festgenommen.
Cedella Roman wurde festgenommen.

Sie wurde festgenommen und laut Bericht in das Tacoma-Gefängnis, eine Einrichtung des Ministeriums für Heimatschutz, rund 200 Kilometer entfernt gebracht. "Da wurde mir klar, dass es wirklich ernst war und ich fing an zu weinen", gesteht die 19-Jährige.

Zwei Wochen sei sie dort festgehalten worden, und das obwohl ihre Mutter Christiane Ferne alle nötigen Dokumente nur einen Tag nach der Festnahme ihrer Tochter eingereicht habe. Doch die Unterlagen hätten erst validiert werden müssen, so die Behörden.

Nicht nur dieser Umstand ist für Ferne vollkommen unverständlich. Auch dass ihre Tochter überhaupt inhaftiert wurde, kann sie nicht nachvollziehen. "Wenn die Grenze nicht richtig markiert ist, ist es Missbrauch, Menschen absichtlich ins Gefängnis zu schicken", sagt die Mutter verärgert.

Der US-Grenzschutz weist die Vorwürfe allerdings von sich. "Die Vorschriften gelten auch dann, wenn die Person behauptet, versehentlich die Grenze überschritten zu haben", teilte die Behörde mit.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0