Kanadas Massenmörder: Er war Millionär und besessen von der Polizei

Nova Scotia - Der grausame Amoklauf in der kanadischen Provinz hinterließ weltweit Entsetzen. Nachdem die Opferzahl auf 23 hoch korrigiert wurde, sind nun weitere brutale Details bekannt geworden.

Blumen, kanadischen Fahnen und ein Blatt Papier mit der Aufschrift "Danke Royal Canadian Mounted Police (RCMP)" zieren eine Gedenkstätte.
Blumen, kanadischen Fahnen und ein Blatt Papier mit der Aufschrift "Danke Royal Canadian Mounted Police (RCMP)" zieren eine Gedenkstätte.  © Andrew Vaughan/The Canadian Press/AP/dpa

Wie die Dailymail berichtet, wurde die Anzahl der Opfer, welche bei dem Amoklauf in Nova Scotia getötet wurden, auf 23 korrigiert, nachdem Polizisten weitere Leichen fanden.

Der mutmaßliche Täter Gabriel Wortman startete seine 12-Stündige Todesfahrt gegen 12 Uhr Samstagnacht in Portapique. Er erschoss wahllos Menschen quer durch Nova Scotia. 

Unter seinen Opfern befand sich ein 17-Jähriger, eine Polizistin mit einem 2 Jahre alten Sohn, ein Grundschullehrer, mehrere Familienmütter und Väter sowie Krankenpfleger. 

Am Mittwoch wurde bekannt, dass der Schütze eine Obsession mit der "Royal Canadian Mounted Police" (zu dt. etwa "königliche kanadische berittene Polizei") hatte.

Er sammelte zahlreiche Polizisten-Utensilien. Selbst Polizeiautos ersteigerte er über Auktionen.

Wortman verkleidete sich mittels seiner gesammelten Trophäen als Polizist. Er soll seine Opfer in sein Polizeiauto gelockt haben, bevor er sie erschoss.

Seine ersten beiden Opfer sind Berichten zufolge seine Ex-Frau und deren neuer Lebensgefährte. Auch bei ihnen soll er sich zuerst als Polizist ausgegeben haben.

Er sah aus wie ein echter Polizist

Karte der Provinz Nova Scotia mit Verortung des Tatorts.
Karte der Provinz Nova Scotia mit Verortung des Tatorts.  © F. Bökelmann

Der Polizei-Chef Chris Leather sagte, dass sich Wortman fast unbemerkt in Nova Scotia bewegen konnte, da er nahezu identisch wie ein Polizist aussah. Wortman musste während des Amoklaufs sein Polizeiauto gegen ein gestohlenes austauschen, da er mit ersterem einen Unfall baute.

In seinem Haus wurde ein Schrein entdeckt, welches er mit den Utensilien der Polizei eingerichtet hatte.

Bereits zu Schulzeiten soll Wortmans Polizei-Obsession deutlich gewesen sein. Er habe immer betont, erinnern sich Freunde, dass er eines Tages ebenfalls Polizist werden wolle.

Während ehemalige Freunde und Bekannte ihn als freundliche Person während der Schulzeit beschreiben, zeichnen Nachbarn ein vollkommen anderes Bild. 

Wortman soll unter einem Alkoholproblem gelitten haben. Zudem besaß er eine Zahnarzt-Klinik, die aufgrund des Coronavirus geschlossen werden musste. Es stellte sich heraus, das Wortman Millionär war. Er wurde von den Polizisten am Ende seiner Amokfahrt erschossen.

Nun versuchen die Behörden alle Teile zusammenzusetzen, um zu verstehen, was den Schützen dazu brachte die tödlichste Amokfahrt in der Geschichte Kanadas anzutreten. 

Mittlerweile ist sich die kanadische Polizei sicher, alle seine Opfer gefunden zu haben. Durch die wechselnden Schauplätze seiner Ermordungen stieg die Anzahl der Opfer seit dem 20. April, den Tag der Tat, kontinuierlich an.

Auch Justin Trudeau, der kanadische Premierminister, verurteilte die Tat aufs Schärfste.

Titelfoto: Andrew Vaughan/The Canadian Press/AP/dpa

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