Trotz Zweifel am Alter: Kandel-Prozess soll nach Jugendstrafrecht geführt werden

Landau/Kandel - Das Landgericht Landau will den Angeklagten im Mordfall Kandel als Jugendlichen behandeln.

Im Dezember starb eine 15-Jährige in einem DM-Markt.
Im Dezember starb eine 15-Jährige in einem DM-Markt.  © Andreas Arnold/dpa

Dies teilte das Gericht am Freitag nach einer vorläufigen Bewertung bei der Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung mit.

Ein mutmaßlich aus Afghanistan stammender Mann wird beschuldigt, seine 15-jährige Exfreundin Ende Dezember 2017 in einem Drogeriemarkt heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen erstochen zu haben. Der Fall hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt.

"Nach vorläufiger Bewertung der bisherigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zur Altersbestimmung des Angeklagten geht die Kammer ... in Anwendung des Zweifelsgrundsatzes (in dubio pro reo) davon aus, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte", erklärte der Sprecher.

Die als Jugendkammer fungierende 2. Strafkammer führe dazu allerdings noch weitere Ermittlungen durch. Eine nach Jugendstrafrecht geführte Hauptverhandlung ist nicht öffentlich. Termine sind laut dem Gericht derzeit noch nicht festgelegt.

Der Angeklagte reiste 2016 nach Deutschland ein. Bei seiner Einreise gab er an, 14 Jahre alt zu sein.

Titelfoto: Andreas Arnold/dpa


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