Kann sich Sachsen seine kleinen Flugplätze noch leisten?

Ein Bundespolizei-Heli auf dem Flugplatz Görlitz: Hier gab es in den vergangenen Jahren keine Betriebskostenzuschüsse mehr.
Ein Bundespolizei-Heli auf dem Flugplatz Görlitz: Hier gab es in den vergangenen Jahren keine Betriebskostenzuschüsse mehr.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Immerhin sieben kleine Flugplätze gibt es in Sachsen - neben den großen Flughäfen in Dresden und Leipzig. Sie alle machen nur Verluste, kritisiert der Rechnungshof. Auch die Grünen sprechen von Steuergeldverschwendung.

Erst im Dezember hatte der Rechnungshof die Verkehrslandeplätze unter die Lupe genommen - Gesellschafter sind fast ausschließlich Kommunen und Landkreise.

„Der Betrieb erfolgte überwiegend defizitär“, so die harsche Kritik.

Grund: Die erhobenen Gebühren sind nicht kostendeckend! Konkret gibt es solche Flugplätze in Auerbach, Bautzen, Chemnitz/Jahnsdorf, Görlitz, Kamenz, Riesa-Göhlis und Rothenburg/Görlitz.

Auch in Auerbach gibt es einen Flugplatz. Allein der Freistaat investierte 600.000 Euro in die Infrastruktur.
Auch in Auerbach gibt es einen Flugplatz. Allein der Freistaat investierte 600.000 Euro in die Infrastruktur.

Seit 2000 flossen Millionen Euro an öffentlichen Geldern in die Infrastruktur. Der Freistaat steckte zum Beispiel 5,6 Millionen Euro in den Gesamtausbau des Flugplatzes Chemnitz/Jahnsdorf.

600.000 Euro bekam der Flugplatz Auerbach für Ausbau und Befestigung. Das teilte das Wirtschaftsministerium auf Anfrage von Eva Jähnigen (49, Grüne) mit.

854.803 Euro gab der Freistaat für den Flugplatz Riesa-Göhlis nach der Flut 2002. Hinzu kommen Infrastruktur-Gelder der Kommunen.

„Jährlich fahren alle Flugplätze immense Verluste ein, die durch die Gemeinden oder die Landkreise ausgeglichen werden müssen“, kritisiert die Politikerin.

Es sei Steuergeldvernichtung, wenn allein Chemnitz/Jahnsdorf in den vergangenen vier Jahren über eine Million Euro Defizit gemacht habe.

Kommunen und Kreise würden so Jahr für Jahr Geld für das private Hobby einiger zum Fenster rausschmeißen. Die Grünen fordern, das Geld lieber in die Schiene zu stecken …

Fotos: Silke Keller-Thoß, Pawel Sosnowski, Maik Ehrlich


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