Kann WhatsApp Depressionen erkennen?

Langfristiges Ziel der Forschungen ist es, eine eigene App zu entwickeln, die direkt auf den Handys von Jugendlichen eingesetzt wird.
Langfristiges Ziel der Forschungen ist es, eine eigene App zu entwickeln, die direkt auf den Handys von Jugendlichen eingesetzt wird.  © 123RF

Würzburg/Tübingen - Eine Studie von Wissenschaftlern soll erkunden, ob man Depressionen mithilfe von WhatsApp erkennen könnte. Schirmherr ist kein Geringerer als Dr. Eckart von Hirschhausen...

An der Universität Würzburg läuft dieses Projekt, das vielleicht vielen helfen kann.

Der Tübinger Psychologe Stefan Lüttke erklärt, das Menschen in einer depressiven Phase anders als sonst schreiben. Es würden viel mehr "negative Wörter" benutzt. In depressiven Phasen ziehen sich User zurück und schreiben auch weniger Nachrichten als üblich. Wenn man nun diese depressiven Episoden bei Kindern und Jugendlichen zeitig erkenne und behandele, könnten schwere Depressionen verhindert werden.

Hier setzt die Studie an: Veränderungen in der Kommunikation oder bei der Verwendung sogenannten Emojis oder Smilies sollen analysiert werden.

Ein eigenes Programm soll den Wissenschaftlern helfen, das Kommunikationsverhalten zu untersuchen. Dazu müssten Nutzer ihre Chatverläufe an die Wissenschaftler senden. Die Daten würden anonymisiert, heißt es auf der Homepage.

Crowdfunding-Kampagne zum WhatsApp-Analyzer "What's up"

Schirmherr des Projekts ist Dr. Eckart von Hirschhausen.
Schirmherr des Projekts ist Dr. Eckart von Hirschhausen.  © DPA

In der jetzigen ersten Phase des Projektes möchten die Wissenschaftler ihre Ideen mit einer Crowdfunding-Kampagne "What's up" bis Ende Januar 2018 finanziell untermauern. So wollen sie 5000 Euro "einsammeln".

"Damit können wir die Pilotstudie vorbereiten und Gutscheine als Anreiz zur Teilnahme anbieten", heißt es auf der Uni-Homepage.

Zu den Vorteilen einer solchen App heißt es: "Eine Depression wird oft erst dann erkannt, wenn man schon 'richtig' erkrankt ist – dabei lassen sich viele schwere Depressionen verhindern, wenn man sie in früheren Stadien entdeckt und behandeln kann", sagt Stefan Lüttke. Bis zum endgültigen Einsatz einer solchen App wird allerdings noch viel Arbeit der beteiligten Forscher nötig sein.

Schirmherr des Projekts ist Dr. Eckart von Hirschhausen, der sich als ausgebildeter Mediziner in verschiedenen Medienformaten – meist humoristisch – mit Gesundheitsthemen auseinandersetzt.

Die Crowdfunding-Kampagne und eine genauere Beschreibung des Projekts findet Ihr hier: https://www.startnext.com/whatsapp-against-depression. Dort ist auch ein YouTube-Video zum Thema zu sehen.


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