Ich wollte als Spießbraten sterben!

Alexander B. (31) sagte mehr als zwei Stunden vor Gericht aus.
Alexander B. (31) sagte mehr als zwei Stunden vor Gericht aus.

„Ich wollte unbedingt sterben“, sagte Alexander B. (31) vor Gericht. „Wir vereinbarten alles. Ich wollte, dass er mich wie einen Braten am Spieß grillt."

Dresden - Die bizarre Parallelwelt des Detlev G. (56). Er arbeitete im LKA als Schriftsachverständiger. In seiner Freizeit chattete er auf einer Kannibalenseite. Doch aus Fantasie wurde blutiger Ernst: Vergangenen November traf G. sich mit dem Gleichgesinnten Wojciech S. (59).

Am Ende war der Mann tot und zerstückelt - laut Anklage von Detlev G. Als ob das nicht schon grausig genug wäre ... Beim Prozess gegen den Killer-Kommissar bekannte gestern ein Zeuge: Auch er wollte von Detlev G. umgebracht und verspeist werden.

Alexander B. (31), ein Arbeiter aus Baden-Württemberg! Er sagte gestern vor Gericht: „Ich wollte unbedingt sterben. Wir vereinbarten alles. Ich wollte, dass er mich wie einen Braten am Spieß grillt. Dann setzten wir den Plan um."

Demnach holte der Killer-Kommissar sein Opfer zu Hause ab. „Wir fuhren nach Sachsen. Auf einem Parkplatz zog ich mich aus, er übergoss mich mit Öl und Gewürzen, wickelte mich in Folie ein.“ So „mariniert“ lag der Lebensmüde
auf dem Rücksitz.

„Weil Detlev nach der langen Fahrt zu müde war, bereitete er mich nicht mehr zu“, so Alexander B., der fast einen Monat in der Pension blieb. „Ich fragte jeden Tag, wann ich endlich dran bin. Aber er fand immer Ausreden. Mal war er auf Arbeit, mal waren Gäste in der Pension. Erst als Detlev ständig sagte, ich sei zu jung zum Sterben, habe ich begriffen, dass er es doch nicht durchzieht, und fuhr heim.“

Das war im Oktober 2013. Am 4. November, so die Anklage, erhängte Detlev G. im Keller in der Pension Wojciech S., zerlegte dessen Leiche und vergrub die Teile im Garten. Der Prozess wird fortgesetzt. /sts

Bilder vom Kannibalen-Prozess

Fotos: OVE LANDGRAF