Karl Mays Geburtshaus steht auf wackligen Füßen

Hohenstein-Ernstthal - Wie schon seine Geschichten, so hat auch Karl Mays Geburtshaus kein historisches Fundament. Das wurde nun bei Abrissarbeiten benachbarter Häuser (TAG24 berichtete) entdeckt. Ab Montag wird das Museum deshalb auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Bei Abrissarbeiten entdeckt: Karl Mays Geburtshaus hat kein Fundament. Ob der Schriftsteller das wusste?
Bei Abrissarbeiten entdeckt: Karl Mays Geburtshaus hat kein Fundament. Ob der Schriftsteller das wusste?

"Das Haus war rechts und links von Häusern eingebaut. Dadurch konnte man nicht sehen, dass es kein Fundament gibt", erklärt Ulrich Weber (59), Bauamtsleiter von Hohenstein-Ernstthal. "Aber es besteht keine Gefahr, dass das Haus einstürzt."

Trotzdem wird das Museum nun geschlossen. Denn das Haus soll endlich ein Fundament bekommen. Dafür wird die Giebelwand unterfangen, also abgestützt, und schrittweise ein Betonfundament eingesetzt.

Kosten: etwa 39 000 Euro. Weber: "Wir hatten zwar Unvorhergesehenes einkalkuliert, aber es wird trotzdem mehr kosten."

Bis Dezember soll das Haus auf festen Füßen stehen. Wiedereröffnet wird das Museum aber wohl in diesem und auch nächstem Jahr nicht mehr.

"Der Kassentresen ist ja weg und soll im Neubau seinen Platz finden. Außerdem planen wir einen Durchbruch", erläutert der Bauamtsleiter.

Die Arbeiten am Anbau könnten aber frühestens im März starten. Zuerst müsse neu ausgeschrieben werden. "Bei der ersten Ausschreibung wurden zu hohe Preise aufgerufen", sagt Ulrich Weber.

Nun hofft er, dass durch die schwächelnde Konjunktur die Preise fallen. "Ende des Jahres sind die Auftragsbücher auch noch nicht so voll."

Die Nachbarhäuser mussten weg, weil ein moderner Anbau mehr Platz für das Museum im Karl May Haus bieten soll.
Die Nachbarhäuser mussten weg, weil ein moderner Anbau mehr Platz für das Museum im Karl May Haus bieten soll.  © Visualisierung: Stadtverwaltung Hohenstein-Ernstth

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