Wegen Karlsruhe! Staatsanwaltschaft durchsucht 33 Wohnungen in Fanszene von Dynamo Dresden

Die Dynamo-Fans waren in Karlsruhe in Camouflage-Optik aufgelaufen und hatten dem DFB den Krieg erklärt.
Die Dynamo-Fans waren in Karlsruhe in Camouflage-Optik aufgelaufen und hatten dem DFB den Krieg erklärt.

Dresden/Karlsruhe - Seit den Morgenstunden laufen Hausdurchsuchungen in Sachsen, mit dem Schwerpunkt auf dem Raum Dresden. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Karlsruhe auf TAG24-Nachfrage bestätigte, sind Beamte aus Dresden und Karlsruhe im Einsatz.

Den Grund der Durchsuchungen wollte er noch nicht nennen und verwies auf eine Pressemitteilung um 11 Uhr sowie eine Pressekonferenz um 14 Uhr.

Gut möglich, dass die Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit dem Fußballspiel von Zweitligist SG Dynamo Dresden am 14. Mai beim Karlsruher SC stehen. Dort waren die Anhänger des Vereins in Camouflage-Outfit zum Stadion gelaufen. Mit dem Auftritt hatten die Fans die Botschaft "Krieg dem DFB" übermittelt. Sie fackelten auf dem Weg zum Stadion jede Menge Pyrotechnik ab, überfielen später eine Imbissbude und erwirkten einen Einlasssturm.

Nach dem Spiel gab es Meldungen über schwer verletzte Polizisten, die später aber von der Polizei Karlsruhe nicht bestätigt werden konnten. (TAG24 berichtete). Sachsens Innenminister Markus Ulbig hatte nach den Vorkommnissen sogar Knast für die Dynamo-Fans gefordert.

Dynamo: 33 Wohnungen in der Fanszene durchsucht

An der Würzburger/Zwickauer Straße lief eine der Maßnahmen.
An der Würzburger/Zwickauer Straße lief eine der Maßnahmen.

Die Pyrotechnik, den Einlasssturm und eine überfallene Imbissbude hatte Dynamo auf einer Pressekonferenz am 22. Mai in Dresden selbst eingeräumt. Allerdings beklagten Geschäftsführer Michael Born und Präsident Andreas Ritter damals, dass ihnen bei der Verfolgung der Straftäter die Hände gebunden sind, sie auf Hilfe der staatlichen Institutionen angewiesen sind.

Die scheinen nun reagiert zu haben, mauern aber noch zu den genauen Umständen und Inhalten der Durchsuchungen. Dynamo selbst hatte anschließend zahlreiche Maßnahmen ergriffen, zum Beispiel ein Voucher-System für Auswärtsspiele eingeführt und so nur noch personalisierte Tickets abgesetzt.

Update, 10.40 Uhr: Die Staatsanwaltschaft und Polizei Karlsruhe haben nun in einer gemeinsamen Erklärung bestätigt, dass es sich um Durchsuchungen im Zusammenhang mit dem Spiel am 14. Mai in Karlsruhe handelt.

Dabei wurden seit den Morgenstunden 33 Wohnungen in Dresden, Brandenburg, Baden-Württemberg und der Schweiz durchsucht. Insgesamt 20 Tatverdächtige hat die Polizei nach dem Spiel ermittelt. Gegen sie wird wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Sprengstoffgesetz ermittelt.

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, erlitten 21 Beamte und Beamtinnen ein Knalltrauma, als sie auf dem Weg zum Stadion aus der Menge heraus mit Pyrotechnik beworfen wurden.


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