Protest gegen Kohle-Energie: Demonstranten am EnBW-Kraftwerk in Karlsruhe

Karlsruhe - Zahlreiche Kohlegegner haben am Samstag am EnBW-Kraftwerk in Karlsruhe gegen die Vorschläge der Kohle-Kommission demonstriert.

Kohlegegner des Bündnisses "Ende Gelände" am Samstag vor dem Rheinhafen-Dampfkraftwerk in Karlsruhe.
Kohlegegner des Bündnisses "Ende Gelände" am Samstag vor dem Rheinhafen-Dampfkraftwerk in Karlsruhe.  © DPA

Die Organisation Ende Gelände war nach eigenen Angaben mit rund 150 Teilnehmern am und auf dem Gelände des Kraftwerks unterwegs. Aktivisten von Robin Wood entrollten nach Angaben einer Sprecherin an einem Hochwassersperrtor ein Transparent, auf dem sie forderten, die Verbrennung von Kohle jetzt zu beenden.

Die Polizei berichtete von 40 bis 50 Demonstranten, die am Morgen auf das Gelände gelangt waren. Weitere rund 50 Personen blieben vor dem Zaun. Die Aktion verlief friedlich. Unterstützung erhielten die Demonstranten von der Grünen Jugend und den Linken.

"Dieses Zeichen, das hier heute gesetzt wird, ist notwendig und richtig. Der sogenannte Kohlekompromiss reicht bei weitem nicht, um die Klimakatastrophe aufzuhalten", teilte der Linken-Bundestagsabgeordnete Michel Brandt mit, der nach eigenen Angaben als parlamentarischer Beobachter am Kraftwerk war.

Demonstranten klettern übe rein Tor, dass aufs Kraftwerkgelände führt.
Demonstranten klettern übe rein Tor, dass aufs Kraftwerkgelände führt.  © DPA

Nach Angaben einer EnBW-Sprecherin besetzten die Demonstranten ein Schiff, aus dem Kohle entladen werden sollte sowie Förderbänder.

"Wir haben Verständnis und sehen das sehr gelassen", sagte die Sprecherin. Auf eine Anzeige habe man verzichtet. Sie wies darauf hin, dass EnBW seit Jahren die Strategie des Konzernumbaus verfolge und aus der Kohle aussteige.

Gegen Mittag einigten sich die Beteiligten, dass die Umweltschützer das Kraftwerksgelände am Nachmittag verlassen und ihre Proteste mit einer angemeldeten Demonstration beenden.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hat ein Konzept für einen Ausstieg aus der Kohle-Verstromung bis spätestens 2038 vorgelegt. Dieses sieht Milliardensummen aus dem Staatshaushalt für den Strukturwandel vor.

Vor allem in der Lausitz, im Mitteldeutschen sowie im Rheinischen Revier hängen noch Tausende Arbeitsplätze an der Kohle.

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